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Die Geschwister des geflohenen Tieres in ihrem Gehege.
Die Geschwister des geflohenen Tieres in ihrem Gehege.(Foto: dpa)

Peta fordert Ende der Zoo-Haltung: Gepard in Nürnberg eingefangen

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art in diesem Jahr im Nürnberger Tiergarten: Ein Gepard büxt aus. Im Januar griff ein entflohenes Tier ein Pony an. Nun flüchtet erneut ein verschreckter Gepard. Erst nach einem Tag kehrt er zurück. Er war noch auf dem Tierpark-Gelände.

Knapp ein halbes Jahr nach dem Ausbruch eines Geparden aus dem Nürnberger Tiergarten ist erneut eine Raubkatze für gut einen Tag entkommen. Der junge Gepard sei bereits am Donnerstag aus dem Gehege im Nordosten des Tierparkgeländes geflohen und konnte erst nach einem Tag wieder eingefangen werden.

Wie der Tiergarten mitteilte, war das drei Monate alte Jungtier schließlich von Besuchern im Wald oberhalb des Kropfgazellengeheges gesichtet worden. 18 Mitarbeiter hätten den Bereich abgesperrt. "Um 19.55 Uhr war der kleine Gepard bereits wieder eingefangen und wurde zurück in den Stall gebracht", teilte der Zoo weiter mit. "Er ist wohlauf."

Zoodirektor Dag Encke hatte bereits zuvor vermutet, dass sich das sechs Kilogramm schwere Tier noch auf dem 65 Hektar großen Zoogelände aufhielt. Eine Gefahr für Zoobesucher stellte das Jungtier ohnehin nicht dar. "Es ist nicht gefährlicher als eine Katze", sagte Encke.

Ende der Gepard-Haltung gefordert

Die Tierpfleger begaben sich auch mit Netzen auf die Suche.
Die Tierpfleger begaben sich auch mit Netzen auf die Suche.(Foto: dpa)

Die Tierrechtsorganisation Peta Deutschland e.V. warf den Zoo-Verantwortlichen fahrlässiges Verhalten vor und forderte die Stadt Nürnberg auf, den Vorfall gründlich zu untersuchen. Weil in den letzten fünf Monaten bereits fünf Geparden aus Zoos im deutschsprachigen Raum ausgebrochen seien, forderte die Organisation zudem eine Einstellung der Geparden-Haltung.

"Das schnellste Landraubtier der Welt ist in den kleinen Zoogehegen erheblichen Leiden ausgesetzt und wird auch künftig immer wieder seinem Freiheitsdrang nachkommen", hieß es in einer Mitteilung. Die Sicherheitskonzepte der Zoos für die Haltung von Raubkatzen seien mangelhaft.

Jungtier bricht sich das Vorderbein

Der kleine Gepard sei in Panik über einen drei Meter hohen Zaun geflohen, nachdem sich ein Geschwistertier bei einem Kletterunfall verletzt habe und Tierpfleger ins Gehege kamen, hieß es. Nach Enckes Angaben hatte sich einer der fünf jungen Geparden aus dem Wurf von Mutter "Kelly" in einem Holunderbusch so unglücklich zwischen zwei Ästen verklemmt, dass er sich ein Vorderbein brach und sich nicht mehr selbst befreien konnte. Als Pfleger zur Hilfe kamen, gerieten die Jungtiere in Panik. Eines kletterte gar über den senkrechten, stromgesicherten Zaun. Als Pfleger diesen jungen Geparden ins Gehege zurückbringen wollten, flüchtete er.

Erst im Januar war der Gepard "Turbo" aus seinem Gehege im Nürnberger Tiergarten ausgebrochen und hatte sich auf ein gerade vorbeigeführtes Pony gestürzt. Das Raubtier habe es anscheinend für eine Gazelle gehalten, vermutete die Tiergartenleitung später. Die Raubkatze konnte zwei Stunden nach dem Angriff wieder eingefangen werden. Sie hatte sich in einem Gebüsch versteckt. Der Tiergarten hatte daraufhin die Umzäunung des Gepardengeheges verstärkt.

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Quelle: n-tv.de

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