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Die Bohrplattform im Gasfeld "Troll" wurde von einer riesigen Welle getroffen. Hier ein Bild aus weniger stürmischen Tagen.
Die Bohrplattform im Gasfeld "Troll" wurde von einer riesigen Welle getroffen. Hier ein Bild aus weniger stürmischen Tagen.(Foto: dpa)

Toter im "Troll"-Gasfeld: Gewaltige Wellen gefährden Bohrinseln

Bis zu 14 Meter hohe Wellen toben im Gasfeld "Troll" vor Norwegen. Eine der riesigen Wellen trifft eine chinesische Bohrplattform mit voller Wucht und tötet einen Menschen. Von anderen Plattformen müssen hunderte Arbeiter in Sicherheit gebracht werden.

Heftiger Seegang hat vor der Küste Norwegens die Arbeiter auf mehreren Bohrplattformen in Gefahr gebracht. Eine gewaltige Welle traf eine Bohrplattform im Gasfeld "Troll". Dabei seien ein Mensch getötet und zwei weitere verletzt worden, teilte der Konzern Statoil mit, der das größte Gasfeld Norwegens betreibt. Die beiden Verletzten würden an Land medizinisch behandelt. Die Nationalität der Opfer sei zunächst nicht klar gewesen.

Die Wellen seien bis zu 14 Meter hoch gewesen. Der Wind habe eine Geschwindigkeit von 25 bis 30 Metern pro Sekunde erreicht. Deshalb habe ein Hubschrauber, der Besatzungsmitglieder von der Plattform bringen sollte, nicht landen können. Die Menschen hätten mit dem Seil hochgezogen werden müssen. Die schwimmende Plattform wurde geräumt und konnte mit eigenem Antrieb zum Festland fahren.

Statoil hatte die sogenannte Halbtaucherbohrinsel angemietet. Zum Zeitpunkt des Unglücks war die Förderung den Angaben zufolge wegen schlechten Wetters eingestellt.

Hunderte Arbeiter evakuiert

Beim Valhall-Ölfeld vor der norwegischen Küste mussten etwa 380 Menschen von mehreren Plattformen in Sicherheit gebracht werden. Einem Sprecher der Betreiberfirma des Ölfeldes BP Norway zufolge wurde die Evakuierung notwendig, nachdem sich Lastkahn losgerissen hatte. Dieser 110 Meter lange und 30 Meter breite Kahn trieb nun ohne Besatzung in Richtung der Ölfelder Valhall und Ekofisk vor der norwegischen Küste.

BP Norway zufolge wurden mehr als 230 Menschen von diesen Plattformen zu nahe gelegenen Ölfeldern geflogen. Die Firma ConocoPhilips teilte zudem mit, dass sicherheitshalber 145 Mitarbeiter vom Eldfisk-Feld nördlich von Valhall ausgeflogen wurden.

Laut der Schiffsbesitzerfirma Eide Marine ist der 110 Meter lange unbemannte Kahn inzwischen wieder befestigt und befindet sich auf dem Weg nach Norwegen. "Die Situation ist unter Kontrolle", sagte Firmensprecher Kjartan Mehammer. Der Lastkahn hatte das Valhall-Ölfeld zuvor mit einem Kilometer Abstand passiert.

Auch der Sprecher von BP Norway gab Entwarnung. "Es besteht kein unmittelbares Risiko für die Anlagen", sagte Per Hansen. Die Ölfirmen wollen nun ihre Arbeit fortsetzen. "Wir werden anfangen, unsere Mitarbeiter zurückzubringen, sobald es die logistischen Umstände erlauben", sagte Hansen weiter. Die Produktion werde fortgesetzt, wenn die Arbeiter bereit seien.

Quelle: n-tv.de

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