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Im Amazonas-Becken leben noch immer Stämme völlig isoliert von der Außenwelt.
Im Amazonas-Becken leben noch immer Stämme völlig isoliert von der Außenwelt.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 13. September 2017

Brasilien untersucht Massaker: Goldsucher sollen Ureinwohner getötet haben

Noch immer leben in den Wäldern des Amazonas Ureinwohner, die noch nie Kontakt mit der Zivilisation hatten. Einige von ihnen könnten nun der Begegnung mit illegalen Goldgräbern zum Opfer gefallen sein.

Brasilianische Behörden gehen Berichten nach, denen zufolge Goldsucher bis zu zehn Mitglieder eines isolierten Stammes von Ureinwohnern getötet haben sollen. Das Massaker soll im Javari-Tal, in der Nähe der Grenze zu Peru, stattgefunden haben. Als mögliche Täter gelten Männer, die illegale Möglichkeiten zur Goldgewinnung erkundet haben sollen.

Der britische "Guardian" beruft sich auf einen Staatsanwalt aus der abgelegenen Amazonas-Stadt Tabatinga. Demnach wurden die Behörden erstmals Anfang August über die möglichen Morde informiert. Deshalb gebe es nun eine offizielle Untersuchung.

Auch die Nationale Stiftung der Indigenen, Funai, die sich um den Schutz der indigenen Bevölkerung des Landes kümmert, ist mit dem Fall befasst. Der Stiftung zufolge hatten in São Paulo de Olivença Männer damit geprahlt, dass sie eine Gruppe von acht bis zehn Ureinwohnern getötet hätten. Die Männer hätten ein Paddel und eine kleine Tasche für Nahrungsmittel bei sich gehabt, von denen sie behaupteten, sie hätten sie ihren Opfern abgenommen.

Leila Sotto-Maior, die Funai-Koordinatorin für isolierte und kürzlich kontaktierte Indigene Völker, sagte der "New York Times": "Sie sagten, sie hätten die Ureinwohner getötet und in den Fluss geworfen." Demnach hätten sie die Wahl gehabt, die Menschen zu töten oder selbst getötet zu werden. Eine offizielle Bestätigung dafür gebe es aber noch nicht.

Die Untersuchungen gestalten sich besonders schwierig, weil Anfang des Jahres nach Budgetkürzungen zwei Funai-Basen in der Region geschlossen werden mussten. Ein Fünftel der Stämme, die noch nie Kontakt mit der Zivilisation hatten, leben hier. Nach Ansicht von Experten hat sich durch die Kürzung der Gelder die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Ureinwohner Ziel von Angriffen werden.

Bei einer Aktion Ende August waren in dem Gebiet vier Bagger zerstört worden, mit denen illegal nach Gold gegraben wurde. Der illegale Bergbau gilt als größte Gefahr für das Fortbestehen der kleinen indigenen Stämme. Dabei geht es nicht nur um gewaltsame Auseinandersetzungen, sondern auch um die Übertragung von Krankheiten und die Zerstörung der sensiblen ökologischen Räume.

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Quelle: n-tv.de

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