Panorama

Sorge um NobelpreisträgerGrass wird in Klinik behandelt

16.04.2012, 20:13 Uhr
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Günter Grass (Foto: dapd)

Ein Hamburger Krankenhaus nimmt den Literaturnobelpreisträger Grass auf. Der 84-Jährige leidet an Problemen mit dem Herzen. Grass ist wegen seines Gedichts "Was gesagt werden muss" seit etwa zwei Wochen in der Kritik. Darin wirft er Israel vor, die Welt an den Rand eines Atomkriegs zu bringen.

Der Schriftsteller Günter Grass ist einem Zeitungsbericht zufolge mit Herzproblemen in einer Hamburger Klinik stationär aufgenommen worden. Dies bestätigt ein Sprecher der Asklepios Klinik St. Georg. Dort wurde auch schon Altkanzler Helmut Schmidt am Herzen behandelt.

Zum genauen Gesundheitszustand des Autors äußerte sich der Sprecher der Klinik unter Verweis auf die ärztliche Schweigepflicht nicht. Eine Sprecherin von Grass' Büro teilte mit: "Frau Grass hat heute ihren Mann zu einer lange geplanten Untersuchung in ein Hamburger Krankenhaus gefahren. Wir nehmen an, dass er in den nächsten Tagen wieder zu Hause sein wird." Nähere Angaben zur Art der Untersuchung machte auch sie nicht.

Der 84-jährige Literaturnobelpreisträger hatte vor zwei Wochen mit einem Israel-kritischen Gedicht eine anhaltende Kontroverse nicht nur in Deutschland und Israel ausgelöst. Sein Umfeld hatte bei Presseanfragen immer wieder auf seinen labilen Gesundheitszustand hingewiesen.

In dem Anfang April veröffentlichten Gedicht "Was gesagt werden muss" wirft Grass Israel vor, mit seiner Iran-Politik den Weltfrieden zu gefährden. Damit hatte er heftige Kritik im In- und Ausland ausgelöst. Israel verhängte darauf ein Einreiseverbot gegen den 84-Jährigen.

Der Autor der "Blechtrommel" hatte dann die Debatte über seine Israel-Kritik mit einer neuen verbalen Spitze weiter angeheizt: Er bezeichnete das gegen ihn verhängte Einreiseverbot Israels als "Zwangsmaßnahme", die an DDR-Methoden erinnere. Das Einreiseverbot werde aber seine Erinnerungen an frühere Aufenthalte in Israel nicht auslöschen können, meinte Grass. "Immer noch sehe ich mich dem Land Israel unkündbar verbunden."

Quelle: ntv.de, AFP/dpa