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Charles und Sara Rippey gehören zu den Opfern der Buschbrände.
Charles und Sara Rippey gehören zu den Opfern der Buschbrände.(Foto: dpa)
Mittwoch, 11. Oktober 2017

Buschbrände in Kalifornien: Greises Paar stirbt gemeinsam im Feuer

Die schweren Brände in Nordkalifornien kosten mindestens 17 Menschen das Leben. Unter den Opfern ist ein altes Ehepaar, das der Flammenhölle nicht entkommen konnte.

Die schlimmsten Befürchtungen der kalifornischen Behörden scheinen sich zu bewahrheiten. Die Zahl der Menschen, die bei den verheerenden Wald- und Buschbränden im Norden des US-Bundesstaates ums Leben kamen, steigt unaufhörlich. Bei offiziell 17 liegt sie inzwischen.

Chuck Rippey hatte seine Eltern fast täglich gesehen.
Chuck Rippey hatte seine Eltern fast täglich gesehen.(Foto: AP)

Jedes einzelne Opfer ist für die Angehörigen eine Tragödie, doch ein Fall bewegt die US-Amerikaner besonders. In Napa County starb ein Ehepaar in dem gemeinsamen Haus. Sara Rippey war 98 Jahre alt, ihr Ehemann Charles 100.

Das Paar hatte erst im März seinen 75. Hochzeitstag gefeiert, die beiden kannten sich seit ihrer Grundschulzeit und hatten fünf gemeinsame Kinder. Die Rippeys starben bereits am Sonntag, als die Feuer ihr Haus in rasender Geschwindigkeit einschlossen. Eine Mitarbeiterin eines Pflegedienstes, die für die beiden kochte, hatte noch versucht, sie in Sicherheit zu bringen, das Feuer war jedoch zu schnell.

Ruby Gibney, ihre Enkeltochter, sagte dem Sender KTVU2, ihre Großeltern seien nicht in der Lage gewesen, den Flammen zu entkommen. Sara Rippey war nach einem Schlaganfall auf den Rollstuhl angewiesen. Der "New York Times" zufolge hatte das Paar 35 Jahre lang in dem Haus gelebt, das nun ein Raub der Flammen wurde. Sie waren ihren inzwischen erwachsenen Kindern nach Kalifornien gefolgt.

Kein Ende in Sicht

"Mein Vater hätte sie auf keinen Fall verlassen", sagte Mike Rippey über den Tod seiner Eltern. Der 71-Jährige betonte, er und seine Geschwister hätten sich nicht vorstellen können, wie einer ohne den anderen hätte weiterleben können. "Wir wussten, dass es keine Möglichkeit gab, dass wer immer auch übrig blieb, glücklich sein könnte. Nun sind sie zusammen gestorben, so ist es." Die Familie suchte in den verkohlten Resten des Hauses nach den wenigen nicht verbrannten Erinnerungsstücken. Pläne, das Haus wieder aufzubauen, haben sie nicht. "Ohne sie ist das Haus nichts", sagte Mike Rippey.

Die Behörden fürchten, dass vor allem ältere Menschen in den Flammen umkommen könnten. 20.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Über 100 Menschen wurden dennoch verletzt, viele andere wurden vermisst. "Die Menschen haben mein größtes Mitgefühl. Sie machen eine Menge durch", sagte US-Präsident Donald Trump am Rande einer Ehrung im Weißen Haus.

Die Aussichten auf durchgreifende Linderung für Kalifornien standen zuletzt nicht sehr gut. Es sind weitere Winde vorhergesagt, die mit starken Böen die Brände anfachen können.

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Quelle: n-tv.de

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