Gut ausgebildet, keine PerspektiveGriechen zieht's nach Deutschland
Die deutsche Wirtschaft beklagt in regelmäßigen Abständen ihren Fachkräftemangel. In dieser Hinsicht dürfte sie von der europäischen Schuldenkrise profitieren. Denn viele junge Griechen, Spanier und Italiener mit technischem Abschluss hoffen auf eine Stelle im Ausland.
In Griechenland erwägt mehr als jeder zweite Absolvent eines technischen Studiengangs sein Land zu verlassen. Das geht aus der Absolventenbefragung des Berliner Trendence-Instituts hervor. In Spanien und Portugal hegen demnach jeweils mehr als 40 Prozent und in Italien 37 Prozent der Technik-Absolventen Auswanderungspläne.
Das Trendence-Institut hatte mehr als 340.000 Absolventen ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge an rund 950 Hochschulen in Europa befragt. Die beliebtesten Auswanderungsziele unter den Jungakademikern sind Großbritannien, Deutschland und die Schweiz.
Die Umfrage zeigt, wie groß die Zukunftsängste junger Menschen in den Krisenstaaten sind: Mehr als 94 Prozent der griechischen Wirtschafts- und knapp 98 Prozent der Technikabsolventen gaben an, ihre berufliche Zukunft bereite ihnen Sorge. Unter jungen Spaniern sind es 86 Prozent. Der europäische Durchschnitt liegt bei weniger als 60 Prozent. Am unbeschwertesten sind die Norweger mit gerade einmal 23 Prozent.