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Alptraum für Rettungskräfte: 82 Meter über dem Boden fressen sich die Flammen in ein halbgefülltes Lagersilo.
Alptraum für Rettungskräfte: 82 Meter über dem Boden fressen sich die Flammen in ein halbgefülltes Lagersilo.(Foto: dpa)

Riesiger Zuckersilo in Flammen: Großbrand erschüttert Nordzucker

Das Problem ist so hoch wie ein 20-stöckiger Wolkenkratzer: Im Inneren eines Lagersilos der Nordzucker AG schwelen auch am Tag nach dem Großalarm noch die Glutnester. Einsatzkräfte stehen mit Löschhubschraubern bereit.

Das beschädigte Silo im Abendlicht: Dach und Zufuhrbrücke sind eingestürzt, vom Hubschrauber lässt die Feuerwehr Wasser auf die schwelenden Zuckermassen abwerfen.
Das beschädigte Silo im Abendlicht: Dach und Zufuhrbrücke sind eingestürzt, vom Hubschrauber lässt die Feuerwehr Wasser auf die schwelenden Zuckermassen abwerfen.(Foto: dpa)

Das Feuer ist noch nicht gelöscht: Bei dem Großbrand in einem 82 Meter hohen Silo der Nordzucker AG in Uelzen dauern die Löscharbeiten am Tag nach dem Großalarm noch an. Wie lange sich der Einsatz noch hinziehen wird, ist unklar. Immerhin konnten die Hilfskräfte auf weitere Flüge von Löschhubschraubern zunächst verzichten.

Es stehe jedoch ein Helikopter bereit, der mit einer Wärmebildkamera die Glutentwicklung überprüfen soll, sagte eine Polizeisprecherin. Brandermittler konnten ihre Arbeit aufgrund der akuten Einsturzgefahr des Silos bisher noch nicht aufnehmen.

Der im vergangenen Jahr in Betrieb gegangene Silo 9 der Zuckerfabrik Uelzen ist gut 80 Meter hoch und misst 45,5 Meter im Durchmesser. Die maximale Lagerkapazität beträgt Unternehmensangaben zufolge rund 80.000 Tonnen Weißzucker.

Das Feuer war am Donnerstag in einer Zwischendecke des bis zur Hälfte mit Zucker gefüllten Silos ausgebrochen. Gegen 14 Uhr seien "an der Zuführbrücke" an der Spitze des Silos Flammen aufgetreten, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Das Feuer habe sich "schnell auf Teile der Brücke und das Dach des Silos ausbreiten" können.

Einsatz bis in die späten Abendstunden: Ein Hubschrauber der Bundespolizei befüllt einen Wasserbehälter im Elbe-Seitenkanal, um ihn wenig später über einen brennenden Silo zu entleeren.
Einsatz bis in die späten Abendstunden: Ein Hubschrauber der Bundespolizei befüllt einen Wasserbehälter im Elbe-Seitenkanal, um ihn wenig später über einen brennenden Silo zu entleeren.(Foto: dpa)
Tonnenweise brennender Zucker

Insgesamt gerieten dort 40.000 Tonnen Zucker in Brand. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Da Zucker unter Hitzeeinwirkung schmilzt, bestand jedoch zeitweise die Gefahr, dass sich brennende Massen aus dem Silo auf das umliegende Gelände ergießen.

Die Behörden sperrten das Betriebsgelände rund um das Silo weiträumig ab. "Das Dach und Teile der Brücke sind eingestürzt, Teile des Daches sind auf die benachbarte Gleisanlage gefallen", teilte Nordzucker mit. "Die Bahnstrecke wurde rechtzeitig gesperrt. Zunächst begonnene Löscharbeiten in 82 Metern Höhe mussten aus Sicherheitsgründen eingestellt werden."

Einsatz während des Deutschland-Spiels

Der Schaden geht nach Schätzungen von Beobachtern in die Millionenhöhe. Bei Nordzucker selbst wollte sich zunächst niemand zu finanziellen und wirtschaftlichen Folgen der Brandkatastrophe äußern.

Die Nordzucker AG ist eigenen Angaben zufolge "Europas zweitgrößter Zuckerhersteller". Der Konzern mit Hauptsitz in Braunschweig produziert neben Zucker auch Bioethanol sowie Futtermittel aus Zuckerrüben. Nordzucker betreibt in Europa 18 Produktions- und Raffinationsstätten und beschäftigt etwa 3300 Mitarbeiter.

Quelle: n-tv.de

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