Panorama

Verschüttetes Mädchen Großer Bagger soll helfen

03.01.2012, 15:21 Uhr
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Das Areal der abgerutschten Kreide am Gellort unweit der Leuchttürme am Kap Arkona auf der Insel Rügen. (Foto: dapd)

Unglück auf Rügen: Tagelang haben Feuerwehrleute vor allem mit Schaufeln nach der vermissten Katharina gegraben. Bislang ohne Erfolg. Jetzt ruhen die Hoffnungen auf einem großen Bagger. Um künftig Unglücke zu vermeiden, wird über den Einsatz von Messsonden an Hängen nachgedacht.

Bei der seit einer Woche erfolglosen Suche nach dem verschütteten Mädchen auf Rügen setzen die Einsatzkräfte nun auf schweres Gerät. Ein großer Bagger soll eingesetzt werden, um in dem harten Geröll zu graben.

"Fachleute aus einer Baufirma werden prüfen, ob solch schwere Technik am Strand eingesetzt werden kann. Wir können für die nächsten Tage mit ablandigem Wind und damit niedrigerem Wasserstand rechnen", sagte Kreissprecherin Carina Schmidt nach einer Beratung in Grimmen zum möglichen Baggereinsatz.

Die am Vortag nach einem neuerlichen Erdrutsch unterbrochene Suche ruht vorerst. Aller Voraussicht nach werde der Einsatz nicht vor Donnerstag fortgesetzt, sagte Schmidt. Der bislang hohe Wasserstand und die Strömung an der Unglücksstelle erschweren die Nutzung von Räumtechnik.

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Gedenken an Katharina: Kerzen stehen in der evangelischen Kirche St. Jacobi in Perleberg. (Foto: dapd)

Seit dem zweiten Weihnachtsfeiertag wird die zehnjährige Katharina aus dem Norden Brandenburgs vermisst. Sie war mit Mutter und Schwester an dem schmalen Strand am Kap Arkona spazieren gegangen, als ein Teil des knapp 40 Meter hohen Kliffs abbrach und die Erdmassen die Familie erfassten. Das 14-jährige Mädchen und die Mutter wurden ins Wasser gedrückt und überlebten. Für die Zehnjährige gab es schon am Tag nach dem Unglück keine Hoffnung auf Rettung mehr.

Messsonden im Kliff

Unterdessen streben die Gemeinden an der Nordspitze Rügens nach dem folgenschweren Küstenabbruch eine höhere Sicherheit für Strandbesucher an. Wie Putgartens Bürgermeister Ernst Heinemann sagte, wird die Installation von Messsonden im Kliff erwogen. Für diesen Donnerstag sei dazu ein Treffen mit Fachleuten geplant. Die Gutachter sollten Auskunft darüber geben, inwieweit mit Hilfe der Sonden frühzeitig Erdverschiebungen erkannt und Warnhinweise für Besucher daraus abgeleitet werden können.

Nach dem Unglück waren Diskussionen um die Sperrung von Steilküstenabschnitten auf Deutschlands größter Insel aufgekommen. Neben dem Kap sind vor allem die vielbesuchten Kreidefelsen bei Sassnitz gefährdet. Dort kommt es regelmäßig zu Erdrutschen.

Museum bleibt vorerst geschlossen

Wie Heinemann weiter sagte, ist seit Dienstag auch die als Museum genutzte alten Nebelstation am Kap Arkona für Besucher geschlossen. Das Gebäude unterhalb der Leuchttürme steht nur wenige Meter von der Abbruchkante entfernt. "Bevor das Gutachten zur Situation am Hang nicht vorliegt, wird die Station nicht wieder geöffnet", betonte der Bürgermeister.

Quelle: dpa/AFP