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Als man im Amtsgericht Stuttgart auf ihn wartete, war Kevin Großkreutz laut Vereinssprecher beim Training.
Als man im Amtsgericht Stuttgart auf ihn wartete, war Kevin Großkreutz laut Vereinssprecher beim Training.(Foto: imago/Jan Huebner)
Donnerstag, 05. Oktober 2017

Keine Vorladung bekommen: Großkreutz verpasst erneut Gerichtstermin

Wieder erscheint Kevin Großkreuz nicht zur Zeugenaussage. Zu klären wäre, wie es zu der Schlägerei kam, die ihm Anfang des Jahres eine Kopfverletzung bescherte, seinen Vertrag mit dem VfB Stuttgart kostete und den Ruf des Profis beschädigte.

Der Prozess um eine nächtliche Prügelattacke auf Fußballprofi Kevin Großkreutz geht weiter - allerdings erneut ohne den 29-jährigen als Zeugen. Der Fußballweltmeister habe keine erneute Vorladung erhalten, hieß es bei seinem Club Darmstadt 98. Ein Sprecher des Vereins sagte, Großkreutz sei beim Training gewesen. Zum Auftakt des Prozesses Ende September war Großkreutz krankheitsbedingt nicht zur Aussage zum Amtsgericht Stuttgart gekommen.

Ende Februar hatte sich der Fußballer beim Feiern in der Stuttgarter Innenstadt in eine Gruppenschlägerei verwickeln lassen. Laut Staatsanwaltschaft war er anschließend bewusstlos und musste im Krankenhaus behandelt werden. Fotos von ihm mit Kopfverband und angeschwollenem Gesicht gingen durch die Medien. Inzwischen haben zwei Jugendliche im Alter von 17 und 18 Jahren vor Gericht gestanden, den Fußballprofi zusammengeschlagen zu haben. Sein damaliger Club, der VfB Stuttgart, hatte sich in unmittelbarer Konsequenz des Vorfalls von Großkreutz getrennt.

Bei einer Pressekonferenz im März gestand der Fußballweltmeister unter Tränen, er habe einen Fehler gemacht und wolle sich einstweilen vom Profisport verabschieden. Wie genau es aber zu der Schlägerei gekommen war und ob möglicherweise eine Provokation seinerseits zu der Auseinandersetzung geführt hat, ist weiter unklar. Zur Aufklärung könnte Großkreuz mit seiner Zeugenaussage beitragen, die aber auf sich warten lässt.

Das Gericht hörte bisher Zeugen aus beiden Gruppen, die die Abläufe jeweils sehr unterschiedlich schilderten. Einig waren sie sich aber darüber: Ein Großteil der Beteiligten war angetrunken. Warum beide Gruppen derart aneinander gerieten, wusste niemand mehr so richtig. Großkreutz sei "wild gestikulierend und schreiend" auf sie losgestürmt, sagte ein Zeuge aus der Gruppe der Angeklagten. Die Gruppe des Prügelopfers sah die Aggressoren indes eher auf der Gegenseite.

Quelle: n-tv.de

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