Donnerstag, 22. Mai 2008
Vorreiter der Demokratie: "Grundgesetz" der Piraten
Piraten haben schon um 1700 mit schriftlich festgelegtem Kodex ihr Verhältnis untereinander geregelt, Anführer gewählt und Gewaltenteilung eingeführt. Daher könne man sie als Vorreiter der Demokratie betrachten, resümiert der Wirtschaftswissenschaftler Peter Leeson, der das Sozialgefüge der Seeräuber zwischen 1690 und 1730 erforscht hat.
Das Magazin "GEO" berichtet in seiner Juni-Ausgabe über die Ergebnisse. Demnach lag das interne "Grundgesetz" der Piraten zeitlich weit vor den Verfassungen auf Land in Frankreich, Spanien oder den USA.
Die Piraten hatten sich darauf festgelegt, per Mehrheitsvotum einen Quartiermeister zu bestimmen, der als eine Art "Betriebsrat" diente. Geregelt war auch, wie an Bord Bestimmungen erlassen werden konnten. Nur während des Angriffs, so fand Professor Leeson heraus, habe der Kapitän absoluten Gehorsam verlangen können. Der Kodex sei entstanden, um das Zusammenleben von hunderten Piraten während ihrer langen Raubzüge zu regeln und Meutereien oder Tyrannen vorzubeugen.
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