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Die knapp 300 Bilder aus Gurlitts Salzburger Sammlung fallen ausdrücklich nicht unter die Vereinbarung.
Die knapp 300 Bilder aus Gurlitts Salzburger Sammlung fallen ausdrücklich nicht unter die Vereinbarung.(Foto: dpa)

Bildersammlung wird auf Raubkunst untersucht: Gurlitt lässt die Kunsthistoriker ran

Zwei Jahre nach dem millionenschweren Münchner Bilderfund ringt sich Cornelius Gurlitt dazu durch, die 1280 Werke in seinem Besitz auf Raubkunst untersuchen zu lassen. Ein Jahr hat das 14-köpfige Team nun Zeit, die rechtmäßigen Eigentümer der Bilder zu ermitteln.

Der Kunstsammler Cornelius Gurlitt hat Monate nach dem Bekanntwerden seiner sensationellen Bildersammlung zugestimmt, unter Raubkunstverdacht stehende Werke gegebenenfalls zurückzugeben. Der 81-Jährige einigte sich vertraglich mit Bayern und der Bundesregierung, wie alle Seiten mitteilten. Gurlitt bekommt seine Bilder spätestens innerhalb eines Jahres zurück.

Die beschlagnahmten Werke, die unter Raubkunstverdacht stehen, bleiben so lange in gesichertem Gewahrsam und außerdem in der Online-Plattform "Lostart". Die Taskforce "Schwabinger Kunstfund" werde alle betroffenen Bilder binnen eines Jahres überprüfen.

"Kunstwerke, für die innerhalb der Jahresfrist die Provenienzrecherche durch die Taskforce nicht abgeschlossen wurde, werden an Cornelius Gurlitt herausgegeben", heißt es in der Mitteilung. "Soweit Restitutionsansprüche angemeldet wurden oder bestehen können, bleiben die Werke auch nach Jahresablauf in treuhänderischer Verwahrung."

Kein Zugriff auf Salzburger Bildersammlung

Gurlitt darf künftig zumindest einen Wissenschaftler an die Taskforce entsenden, damit die Wahrung seiner Interessen garantiert bleibt. Die Kosten für die Provenienzrecherche übernehmen der Bund und der Freistaat Bayern. Das gilt auch für Bilder aus dem Besitz Gurlitts, die zurzeit nicht beschlagnahmt sind.

Auch in seinem Salzburger Haus waren zahlreiche wertvolle Bilder gefunden worden, auf die die deutschen Behörden allerdings keinen Zugriff haben. In dem verwahrlost wirkenden Anwesen wurden 238 Kunstgegenstände gefunden - darunter Ölgemälde und Aquarelle von Monet, Renoir, Manet, Gauguin, Liebermann, Cézanne und Nolde sowie Zeichnungen von Picasso und Munch.

Anfang 2012 hatten Steuerfahnder im Zuge von Ermittlungen in der Münchner Wohnung Gurlitts rund 1280 Kunstwerke entdeckt und beschlagnahmt. Rund 500 der zum Teil sehr wertvollen Objekte stehen im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein.

"Auf der ganzen Welt schaut man darauf, welche Antwort wir auf diese Fragen finden - und diese Vereinbarung ist eine gute Antwort", sagte Bayerns Justizminister Winfried Bausback. "Ich wollte immer, dass mit Herrn Gurlitt geredet und eine einvernehmliche Lösung für den weiteren Umgang mit den Bildern gefunden wird. Er steht zu seiner moralischen Verantwortung. Das erkenne ich ausdrücklich an."

Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters freute sich über die Einigung und sagte: "Mit der nun getroffenen Vereinbarung schaffen wir die notwendige Grundlage für faire und gerechte Lösungen insbesondere durch Restitution."

Quelle: n-tv.de

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