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Dienstag, 04. Juli 2017

18 Menschen sterben: Hätte Notbremssystem Busunfall verhindert?

Einer der verheerendsten Busunfälle der vergangenen Jahrzehnten kostet 18 Menschen auf der A9 in Nordbayern das Leben. Doch der Unfall wäre möglicherweise verhinderbar gewesen. Bundesverkehrsminister Dobrindt will zudem Gaffer härter bestrafen.

Ein modernes Notbremssystem hätte den verheerenden Unfall auf der Autobahn 9 in Nordbayern möglicherweise verhindern können. Wichtig seien nicht abschaltbare Notbremssysteme, die auf Stau-Enden reagieren könnten, sagte Professor Hermann Winner, Experte für Autonomes Fahren an der TU Darmstadt. Allerdings könne die heutige Technik viele besondere Situationen noch nicht beherrschen.

(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Bushersteller versuchen mit Abstands-, Tempo- und Spurhalte-Assistenten das Reisen sicherer zu machen. Für neu zugelassene Busse sind Notbrems-Assistenten schon seit 2015 vorgeschrieben. Bis November 2018 müssen auch ältere Busse damit nachgerüstet werden, erklären Branchenexperten.

Bei Notbrems-Assistenten erkennen Kameras und Radarsensoren Hindernisse auf der Fahrbahn, warnen den Fahrer mit Warnlicht und Warnton und bremsen, wenn der Fahrer nicht reagiert, automatisch. Damit lässt sich ein Aufprall zumindest abmildern, bei den modernsten Notbrems-Assistenten im Idealfall auch ganz verhindern. Allerdings sparen sich manche Busunternehmen, was gesetzlich nicht zwingend vorgeschrieben ist.

Härtere Strafen für Gaffer?

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt erwägt indes, das Bußgeld für Gaffer zu erhöhen. "Es ist in der Tat unverantwortlich und beschämend, wenn auf der Gegenfahrbahn die Geschwindigkeit drastisch vermindert wird, um zu sehen, was passiert ist", sagte er der ARD. "Ich bin auch bereit, die Bußgelder zu erhöhen, wenn wir noch mehr abschreckende Wirkung brauchen - das ist die eine Seite. Das andere ist, den Autofahrern bewusst machen, was sie durch ihr Verhalten auslösen können", so Dobrindt weiter. Wer die Einsatzkräfte behindere, könne auch mit Gefängnis bestraft werden.

Am Montag war beim schwersten Busunfall seit Jahren auf der Autobahn 9 ein Reisebus in ein Stauende gefahren. Der Bus war ausgebrannt. 18 Menschen sterben. Die Unfallursache und der genaue Ablauf sind weiterhin unklar. An Bord des Busses befanden sich 48 Menschen, darunter 2 Fahrer. 30 Personen konnten sich, wenn auch zum Teil verletzt, retten. Die A9 ist seit Montagabend wieder in beide Richtungen befahrbar.

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Quelle: n-tv.de

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