Panorama

Regen könnte Katastrophe verschärfenHaiti fürchtet Hurrikan-Saison

12.03.2010, 22:13 Uhr

Voller Sorge blickt das vom Erdbeben zerstörte Land auf die bevorstehende Hurrikan-Saison. Mehrere Länder haben bereits Hilfe bei der Warnung vor Wirbelstürmen zugesagt, doch Haiti brauch Geld, um seine Bevölkerung vor Sturm und Regen zu schützen.

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Viele Menschen wären möglichen Wirbelstürmen schutzlos ausgeliefert. (Foto: AP)

Angesichts der bevorstehenden Regen- und Hurrikansaison in der Karibik hat Haitis Präsident René Preval um umgerechnet 29 Millionen Euro Unterstützung gebeten. Experten hätten einen Plan ausgearbeitet, um die vom Erdbeben zerstörte Hauptstadt und ihre Bevölkerung vor den ab Juni möglichen Wirbelstürmen zu schützen, sagte Preval, wie der Sender Radio Metropole meldete. Unterdessen berichtete das deutsche Rote Kreuz in Berlin über eine ungebrochen große Hilfsbereitschaft für Haiti in Deutschland.

Zwei Monate nach dem verheerenden Erdbeben mit über 222.000 Toten leben in Port-au-Prince noch immer 1,3 Millionen Menschen in Obdachlosen-Camps. Wenn in der ohnehin kritischen Regenzeit auch noch ein Hurrikan die Stadt direkt treffen sollte, befürchten Experten eine weitere Katastrophe. Wie ungeschützt Haiti ist, zeigte sich Ende Februar in der Südwest-Provinz Nippes, wo nach heftigen Regenfällen 15 Menschen ums Leben kamen. Der Regierung wird derzeit unter anderem vorgeworfen, die Folgen der Wirbelstürme von vor zwei Jahren in Gonaïve noch nicht beseitigt zu haben.

Internationale Hilfe

Frankreich, Kuba und Jamaika haben dem von einem schweren Erdbeben heimgesuchten Karibikstaat Hilfe bei der Warnung vor Tropenstürmen zugesagt. Zum Abschluss einer internationalen Meteorologen-Konferenz auf den Bermudas gaben Hurrikan-Experten bekannt, dass französische Meteorologen auf Martinique Haiti Wettervorschauen liefern werden. Von Kuba und Jamaika erhält Port-au-Prince demnach Radar- und Satellitenbilder.

Mehrere andere Länder boten Haiti Sturmüberwachungs-Instrumente an, um zum Wiederaufbau der durch das Erbeben vom 12. Januar zerstörten meteorologischen Infrastruktur des Landes beizutragen. Die ersten Wirbelstürme werden nach dem Beginn der Regenzeit im April erwartet.

Millionen aus Deutschland

DRK-Sprecherin Svenja Koch sagte in Berlin, es meldeten sich immer noch viele hilfsbereite Menschen. 600 Ärzte, Schwestern, Hebammen und Techniker seien bereit, persönlich in Haiti zu helfen und dafür sofort alles stehen und liegen zu lassen. Der Einsatz dort fordere allerdings sehr gute Vorbereitung, eine Zusatzausbildung und erste Erfahrung in Krisenregionen. "Haiti ist einfach zu hart für den Anfang", sagte sie.

Bisher sind allein beim DRK 24 Millionen Euro Spenden für Haiti eingegangen. 18 Millionen wurden bereits für Projekte verplant. So sollen zum Beispiel ein Krankenhaus und eine Blutbank wiederaufgebaut werden. Da auch viele Kinder Arme oder Beine verloren hätten, sei der Bedarf an Prothesen besonders hoch. Sie wachsen und brauchen darum fast jedes Jahr eine neue.

Quelle: AFP/dpa