Donnerstag, 04. September 2008
Stürme über der Karibik: "Hanna" wütet, "Ike" tankt auf
In New Orleans strömen die "Gustav"-Flüchtlinge zurück in ihre verlassene Stadt, in der Karibik geht die Angst vor neuen Wirbelstürmen um. In Haiti starben 61 Menschen, als Wirbelsturm "Hanna" über dem Norden des Landes wütete.
Und die nächste Katastrophe bahnt sich bereits an. Über dem Atlantik entwickelte sich Wirbelsturm "Ike" auf seinem Zug Richtung Karibik zum Hurrikan der Kategorie vier auf der fünfstufigen Skala. Wann und wo er auf Land treffen könnte, ist nach Angaben des US-Hurrikanzentrums noch nicht abzusehen.
"Hanna" nimmt derweil Kurs auf den Südosten der USA. In Florida wird bereits vor gefährlichen Unterströmungen an der Küste gewarnt, die Schwimmer auf das offene Meer ziehen können.
Mehr als 160 Hurrikan-Tote in Haiti
Seit Mitte August sind in Haiti durch die Wirbelstürme "Fay", "Gustav" und "Hanna" mehr als 160 Menschen ums Leben gekommen. Gonaves, die drittgrößte Stadt im Zentrum des Landes, steht unter Wasser. "Wir können derzeit nur zum Teil sagen, welche Schäden es gibt", sagte der Bürgermeister von Gonaves, Stephen Mose. "Im Moment ist es unmöglich, die Stadt zu betreten."
Auch in der Dominikanischen Republik, die wie Haiti auf der Insel Hispaniola liegt, blicken Einheimische und Urlauber mit Sorge auf die Hurrikan-Vorhersagen. "Es regnet hier mittlerweile ganze Tage lang - das gibt es sonst eigentlich nicht", sagte eine deutsche Reiseleiterin in der Touristenhochburg Puerto Plata im Norden des Landes. Die Hotelgäste seien informiert worden, was im Notfall zu tun sei. "Viel schlimmer ist es für die Einheimischen. Viele ihrer Holzhütten können nicht richtig abgedichtet werden. Aber es regnet in Strömen. Oft haben die Leute stundenlang keinen Strom und kein Wasser."
Flut der Rückkehrer in New Orleans erwartet
In New Orleans wird derweil die massenhafte Rückkehr der vor Hurrikan "Gustav" geflüchteten Einwohner erwartet. Bürgermeister Ray Nagin hatte alle Straßensperren beseitigen lassen. Fünf Tage nach der Ankunft des Sturms in der Stadt gab es vielerorts noch keinen Strom. Die Absicht der Behörden, wegen der großen Schäden in der städtischen Infrastruktur die Rückkehr der Flüchtlinge zu verzögern, war schon am Vortag von tausenden Heimkehrern durchkreuzt worden.
Geschäftsleuten, städtischen Beamten sowie Mitarbeitern von Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen war schon am Mittwoch erlaubt worden, in die Metropole im Mississippi-Delta zurückzukehren. Insgesamt hatten am vergangenen Wochenende etwa 1,9 Millionen Menschen die Gefahrenzone an der US-Golfküste verlassen.
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