Fall Dominik BrunnerHauptverdächtiger will reden
Der Tod von Dominik Brunner, der sich schützend vor mehrere Kinder stellte, erregte in ganz Deutschland Aufsehen. Einer der beiden Jugendlichen, die den Mann zu Tode traten, will nun sein Schweigen brechen und mit einem Gutachter sprechen.
Knapp vier Monate nach der Ermordung des 50-jährigen Dominik Brunner an einem Münchner S-Bahnhof will einer der beiden Hauptverdächtigen einem Medienbericht zufolge sein Schweigen brechen. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf Justizkreise berichtet, will der zur Tatzeit 17-Jährige mit dem Gutachter sprechen, den die Staatsanwaltschaft beauftragt hatte. Sein ein Jahr älterer Komplize verweigere dagegen auch gegenüber dem Sachverständigen die Aussage, berichtete das Magazin weiter.
Die psychiatrischen Analysen sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter anderem die Grundlagen für die Entscheidung des Gerichts liefern, ob der 18-jährige Beschuldigte nach Jugendstrafrecht oder Erwachsenenrecht verurteilt wird. "Focus" schreibt zudem, sie sollten auch die Frage der Schuldfähigkeit klären. Sobald die Gutachten vorliegen, will die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes erheben. Damit ist aber nicht vor Ende dieses Monats zu rechnen. Laut "Focus" soll es eher Februar werden. Der Prozess könnte dann voraussichtlich in der ersten Hälfte dieses Jahres beginnen.
Die beiden Heranwachsenden sollen den Manager im September mit Faustschlägen und Tritten getötet haben, nachdem er sich schützend vor vier Kinder gestellt hatte. Von diesen hatten die Schläger zuvor Geld verlangt. Ein dritter Beschuldigter, der bei diesem Erpressungsversuch, aber nicht bei dem tödlichen Überfall dabei war, muss sich voraussichtlich wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter räuberischer Erpressung verantworten.