Panorama

Erfundene Vergewaltigung: Heidi K. akzeptiert Urteil nicht

Die ehemalige Lehrerin Heidi K. wirft einem Kollegen vor, sie vergewaltigt zu haben. Der Mann wandert für Jahre hinter Gitter. Als sich herausstellt, dass die 48-Jährige die Geschichte frei erfunden hat, wird sie selbst verurteilt. Doch damit will Heidi K. sich nicht abfinden.

Das Gericht verurteilte die ehemalige Lehrerin zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft. Dagegen geht die 48-Jährige jetzt in Revision.
Das Gericht verurteilte die ehemalige Lehrerin zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft. Dagegen geht die 48-Jährige jetzt in Revision.(Foto: dpa)

Nach der langen Haftstrafe wegen einer erfundenen Vergewaltigung hat eine verurteilte Lehrerin Revision eingelegt. Das Landgericht Darmstadt hatte das vermeintliche Opfer wegen der folgenschweren Lüge zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Die 48 Jahre alte Frau hatte in einem Prozess 2002 nach Ansicht der Kammer einem Kollegen zu Unrecht eine Vergewaltigung vorgeworfen. Der Mann wurde verurteilt und musste die gesamte Strafe absitzen, bevor er in einem weiteren Prozess nachträglich freigesprochen wurde. Er starb 2012.

Da die Tochter des Justizopfers nach dem Fehlurteil 80.000 Euro Schadenersatz fordert, kommt auf die verurteilte Frau zudem ein Zivilprozess zu. Die Tochter habe am Landgericht Osnabrück eine Klage auf Schmerzensgeld eingereicht, sagte ein Gerichtssprecher zu einem entsprechenden Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das Verfahren soll am 11. Oktober beginnen.

Der Lehrer hatte stets seine Unschuld beteuert und wurde im Jahr 2011 in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen. Er starb ein Jahr später im saarländischen Völklingen an Herzversagen. Dessen Tochter fordere nun ein "angemessenes Schmerzensgeld", schrieb die Zeitung. Die Zuständigkeit des Osnabrücker Landgerichts ergibt sich daraus, dass die Beklagte ihren Wohnsitz im Kreis Osnabrück hat. Bislang ist erst ein Termin angesetzt.

Die 48-Jährige ehemalige Lehrerin war vor einer Woche vom Landgericht Darmstadt wegen schwerer Freiheitsberaubung zu einer fünfeinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Quelle: n-tv.de

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