Freitag, 12. März 2010
Erkrankte Ground-Zero-Helfer: Richter fordert mehr Geld
Ein US-Bundesrichter hat die geplante Entschädigung für rund zehntausend freiwillige Helfer am Ground Zero nach den Anschlägen vom 11. September 2001 für unzureichend erklärt. "Meines Erachtens ist diese Abfindungssumme nicht genug", sagte der Richter Alvin Hellerstein nach einer zweistündigen Anhörung von Klägern in New York.
Um eine faire Einigung zu erzielen, müsse es weitere Verhandlungen geben. Es könne nicht sein, dass die Anwaltshonorare der Kläger mehr als ein Drittel der Entschädigungssumme ausmachten. "Für diese Honorare müssen die Versicherungen aufkommen, und nicht die Opfer", sagte der Richter. Seine Zustimmung und die von 95 Prozent aller Kläger ist notwendig, um das Geld auszuzahlen.
In der vergangenen Woche hatte der Versicherer WTC Captive mitgeteilt, dass die freiwilligen Helfer, vor allem Feuerwehrleute, Polizisten und Bauarbeiter, insgesamt 657 Millionen Dollar, umgerechnet rund 477 Millionen Euro, an Ausgleichszahlungen erhalten könnten. Die Helfer waren bei den Aufräumarbeiten nach dem Einsturz der Türme des World Trade Centers giftigen Stoffen und Unmengen von Staub ausgesetzt, viele von ihnen kämpfen heute mit teils schweren Gesundheitsschäden. WTC Captive war für Klagen im Zusammenhang mit den Rettungs- und Aufräumarbeiten nach den Attentaten eingerichtet und mit rund einer Milliarde Dollar aus Bundesmitteln ausgestattet worden.
dpa
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