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Mittwoch, 13. September 2017

Tief "Sebastian" ist da: Herbststurm trifft deutsche Nordseeküste

Der erste Sturm dieses Herbstes kommt ungewöhnlich früh. Seit dem Vormittag weht es kräftig an der Nordseeküste und auf den Mittelgebirgsgipfeln. Im Flachland wird der Sturm zwar ausgebremst, hat aber trotzdem Zerstörungspotenzial.

Der erste Herbststurm der Saison hat Deutschland erreicht. An der deutschen Nordseeküste wurden einzelne Orkanböen um die 120 Kilometer je Stunde gemessen. "Das Hauptsturmfeld liegt jetzt über dem Norden Hollands. Auf Borkum und Helgoland wurden 126 km/h erreicht, auf dem Brocken 133", sagte n-tv Meteorologe Björn Alexander.

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Am stärksten wird der Wind den Prognosen zufolge gegen Mittag und Nachmittag. Am wenigsten stürmisch wird es laut Vorhersage im Süden des Landes. Wegen der erwarteten Orkanböen an der Nordseeküste in Niedersachsen fielen am Vormittag die ersten Fähren zu den Ostfriesischen Inseln aus. Zwischen Wangerooge und Harlesiel fuhr am Morgen nur jeweils ein Schiff. "Alle anderen Fähren fallen aus", teilte die Deutsche Bahn mit, die die Fährverbindung betreibt.

Fähren, Schule und Flüge fallen aus

In der Deutschen Bucht könnten sich die Wellen mehrere Meter hoch auftürmen. "Wir werden so lange fahren, wie es möglich ist", sagte eine Sprecherin der Reederei Norden-Frisia, die die Fährverbindungen nach Norderney und Juist betreibt. Ab Mittag könne es aber zu Ausfällen kommen. Auch die Fährverbindung Hamburg-Helgoland über Cuxhaven fällt aus, wie der Betreiber bekannt gab. "Das Wetter ist zu extrem", sagte eine Sprecherin.

In Flensburg wurden die städtischen Kitas vorzeitig geschlossen. Den Schulen empfahl die Stadtverwaltung ebenfalls, den Unterricht zu beenden. Eltern wurden benachrichtigt, dass sie nach Möglichkeit ihre Kinder abholen sollten. Die Betreuung der Kinder, die nicht so schnell abgeholt werden können, sei aber sichergestellt, teilte die Stadt mit.

In den Niederlanden behinderte der Sturm den Flugverkehr stark. Die Fluggesellschaft KLM hat rund 60 innereuropäische Flüge gestrichen. Auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol mussten Start- und Landebahnen geschlossen werden. Der niederländische Wetterdienst hat für die Provinzen an der Nordseeküste eine Sturmwarnung herausgegeben.

Laub bietet Angriffsfläche

Auch im Binnenland soll es im Laufe des Tages kräftig wehen. Auf exponierten Mittelgebirgsgipfeln wie dem Brocken hält Björn Alexander auch Böen bis 150 km/h für möglich. "Nachmittags erwischt es auch die nordfriesischen Inseln mit Spitzen im Orkanbereich um etwa 130, bis zum frühen Abend auch an der Ostsee einzelne Orkanböen um 120 - Alpengipfel ebenfalls", so der Meteorologe.

Björn Alexander warnte, dass der Sturm in diesem Jahr besonders früh kommt. Dadurch böten die noch voll belaubten Bäume große Angriffsflächen für den Wind. "Im Flachland werden kaum Böen über 100 km/h erwartet, aber da es der erste Herbststurm ist, können auch schwächere Böen für leichte Schäden sorgen. Zum einen sind die Bäume noch voll belaubt und zum anderen wartet alles, was sich seit Monaten an morschen Ästen angesammelt hat, auf die erste Gelegenheit, endlich runterzufallen."

Neben Hamburg und Schleswig-Holstein sind besonders Niedersachsen und Bremen betroffen. Auch an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns werden Böen mit bis zu 110 km/h nicht ausgeschlossen.

Quelle: n-tv.de

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