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Außer Dattelpalmen und Olivenbäume fressen Heuschrecken alles Grüne.
Außer Dattelpalmen und Olivenbäume fressen Heuschrecken alles Grüne.(Foto: AP/dpa)
Dienstag, 05. März 2013

Wie zu biblischen Zeiten: Heuschrecken überfallen Ägypten

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem

Eine Heuschreckenplage erreicht von Ägypten kommend Israel. Sie können ganze Ernten vernichten. Sie verzehren unter anderem Blätter, Blumen, Früchte, Baumrinde und Saatgut. Schon im 2. Buch Mose wird eine verheerende Heuschreckenplage in Ägypten beschrieben.

Ein palästinensischer Bauer zeigt das gefräßige Tier.
Ein palästinensischer Bauer zeigt das gefräßige Tier.(Foto: REUTERS)

Riesige Schwärme mit Millionen Heuschrecken haben Ägypten überfallen und den Himmel über Kairo geschwärzt. Jetzt wird die Bevölkerung von Saudi Arabien in Alarmbereitschaft versetzt. Erwartet wird dort die Ankunft von 800 Millionen Heuschrecken. Die nur zwei Gramm schweren Insekten fressen alles, was grün ist und vernichten ganze Ernten.

Schon in der Bibel werden Heuschrecken in Ägypten während des Auszugs der Kinder Israel unter Moses als "achte Plage" beschrieben. Experten in Israel erklärten, dass jedes Tier pro Tag Grünzeug entsprechend seines eigenen Körpergewichts frisst. Das mag nicht viel sein. Aber wenn Millionen Heuschrecken einfallen, werden ganze Landstriche kahlgefressen. Im Jahr 2004 sind nach Angaben der UNO-Ernährungsorganisation (FAO) 38 Prozent der Ernten in Ägypten auf diese Weise vernichtet worden. Früher haben die Menschen mit Kochtöpfen getrommelt oder Reifen verbrannt, um die Tiere mit Krach und Rauch zu verscheuchen. Doch diese Methode erwies sich als wenig wirksam.

Die Heuschrecken verschmähen Dattelpalmen und Olivenbäume. "Das mag der tiefe Grund sein, weshalb ausgerechnet Datteln und Oliven im Heiligen Land seit Jahrtausenden überlebt haben", erklärte ein Experte von der Tel Aviv Universität.

Getragen vom Wind

Die Heimat der Heuschrecken liegt im Sudan.
Die Heimat der Heuschrecken liegt im Sudan.(Foto: AP/dpa)

Ausläufer der ägyptischen Heuschreckenschwärme haben inzwischen die Sinai-Halbinsel überquert und den Gazastreifen sowie das "okkupierte Palästina" erreicht, wie ein Nachrichtendienst der Arabischen Emirate berichtete. Gemeint ist Israel, wo Flugzeuge bei Nitzana bereit stehen, um die Vielfresser mit Pestiziden zu besprühen und zu töten.

Ein israelischer Experte erklärte im Fernsehen, dass die Heimat der Heuschrecken im Sudan liege. So, wie es wegen starker "Vermehrung zu einer Überbevölkerung" komme, entstünden auch die riesigen Schwärme. Sie ließen sich vom Wind nach Ägypten und andere Länder des Nahen Ostens tragen. Auf ihrem Weg dorthin richten sie Millionenschaden an.

Schon im November hatte die UNO Ägypten vor einer bevorstehenden Heuschreckengefahr gewarnt und geraten, die Brutstätten mit Pestiziden zu bekämpfen. Doch in Kairo hatte man die Warnungen als "Gerüchte" und "Kritik am ägyptischen Regime" in den Wind geschlagen.

Sie können auch gegessen werden

In Saudi Arabien wurde die Bevölkerung davor gewarnt, die Heuschrecken zu essen - weil sie ja in Israel "vergiftet" worden seien.

Bei Saudis und Jemeniten gelten Heuschrecken als Delikatesse. Der größte Heuschreckenbasar in Saudi Arabien befindet sich in Buraydah, wo trotz der Warnungen des Landwirtschaftsministeriums lebende Heuschrecken in 5-Kilo-Säcken für umgerechnet 80 Euro verkauft werden. Die Tiere werden in Wasser eingelegt, einige Tage lang an der Sonne getrocknet, in der Pfanne gebraten, gesalzen und schließlich "wie Nüsse" gegessen.

Bei einer Fernsehdebatte zu Heuschrecken erzählte der bekannte israelische Chefkoch Israel Aahroni, dass er demnächst an einer Tagung in London über die kulinarische Verwertung von Heuschrecken, Käfern und anderen Insekten teilnehmen wollte. Diese im Westen verschmähten Tiersorten gebe es in riesigen Mengen. Sie seien sehr gesund und könnten der von Hunger bedrohten Menschheit Eiweiß liefern. Im Fernen Osten würden sogar Skorpione und andere Insekten gegrillt auf öffentlichen Märkten angeboten.

Quelle: n-tv.de

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