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Freitag, 28. Juli 2017

Hitze birgt Gewitterrisiko: Hochsommer feilt an seinem Comeback

Nach den kühlen, regnerischen Tagen meldet sich zum Wochenende der Sommer zurück. Allerdings nimmt mit der Wärme auch die Schwüle zu, sodass es zu Gewittern kommt. n-tv Meteorologe Björn Alexander sagt im Interview, wo es besonders heiß wird.

n-tv.de: Die letzten Tage waren oft wolkig, teilweise enorm regenreich und kühl. Sommer sieht anders aus. Bleibt das auch am Wochenende so?

Nein. Denn in den nächsten Tagen probt der Sommer sein Comeback. Von Süden und Südwesten her wird es jetzt rasch wärmer. Bereits am Samstag knackt der Oberrhein schon wieder die 30-Grad-Marke. Und dieser Trend hält danach weiter an. Sonntag erreichen die Spitzenwerte bis 32 Grad. Ab Montag dürften die höchsten Temperaturen hierzulande bis zu 35 Grad erreichen, stellenweise vielleicht sogar etwas darüber.

Sommer ja. Und auch wieder neue Gewitter?

Mancherorts kann es zu Gewittern kommen.
Mancherorts kann es zu Gewittern kommen.(Foto: ZB)

Die lassen bereits am Sonntag nicht mehr allzu lange auf sich warten. Mit der Wärme legt nämlich auch die Schwüle zu. Punktuell leider auch wieder mit Unwettergefahr.

Das ist aber doch irgendwie auffällig: Kaum ist der Sommer mal da, da rumpelt es auch schon wieder. Ist der Klimawandel schuld?

Grundsätzlich passt die Zunahme von extremen Niederschlagsereignissen in das Bild des Klimawandels, der uns ja - global gesehen - ansteigende Temperaturen bringt.

Warum?

Je wärmer die Luft ist, um so mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen. Mehr Wasserdampf ist gleichbedeutend mit mehr Wasser, der als Regen fallen kann. Außerdem gilt: Je feuchter und wärmer die Luft ist, desto mehr Energie hat sie in sich. Gleichzeitig braucht es aber auch entsprechende Wetterlagen, die dann zu Unwettern führen. Und genau solche Wetterlagen hatten wir in den letzten Wochen und auch in den Sommern der letzten Jahre mehr als genug. Andere Lagen, die uns viele entspannte und stabile Sommertage am Stück bringen, sind dagegen scheinbar vom Aussterben bedroht.

Gilt das auch in den kommenden Wochen?

n-tv-Meteorologe Björn Alexander.
n-tv-Meteorologe Björn Alexander.

Das ist nicht vorherzusagen. Kurzfristig gesehen wird es aber nichts mit stabilem Hochdruckwetter. Allerdings: die nächste Hitzewelle steht - wie gesagt - kurz bevor. Von Nordafrika über das westliche und zentrale Mittelmeer schiebt sich eine neue Hitzeblase nordwärts. Teile Spaniens, Mallorca bis rauf nach Norditalien und den Alpenraum bekommen damit Höchstwerte von 35 bis 40 Grad, zum Teil auch mehr. Die Urlauber von Spanien über Südfrankreich nach Italien bis in die Schweiz und nach Österreich werden also nächste Woche eine sehr heiße Zeit bekommen. Und auch bei uns daheim könnte die extreme Hitze anklopfen. Passend zu den sogenannten "Hundstagen", die uns auch in der Vergangenheit oft die heißesten Temperaturen des Jahres brachten.

Was hat die Hitze mit dem Hund zu tun?

Ursprünglich (und das heißt in diesem Fall zu Zeiten der griechischen Antike) wurde damit der Aufgang des Sternbildes des "Großen Hundes" (Sirius) gegen Ende Juli gemeint. Im Laufe der Jahrtausende hat sich dieser Aufgang dann zwar um etwa 4 Wochen nach hinten verschoben. Der Begriff "Hundstage" hat sich aber für den Zeitraum vom 23. Juli bis zum 23. August gehalten. Meteorologisch gesehen bringt beziehungsweise brachte diese Zeit häufig den Höhepunkt des Hochsommers.

Dann schauen wir doch mal auf unser Wochenende. Wie wird es denn konkret?

Es wird wieder schöner - aber nicht überall und nicht durchgängig.
Es wird wieder schöner - aber nicht überall und nicht durchgängig.(Foto: dpa)

Im Norden hat es der Sommer nach wie schwer, weshalb dort auch am Samstag Wolken mit Schauern durchziehen. Außerdem ist es dort windig und mit 20 bis 22 Grad landesweit am kühlsten. Von der Mitte südwärts schaut es hingegen schöner aus. Einzig an den Alpen sind nachmittags einzelne Gewitter drin. Passend zum schönen Wetter steigen die Temperaturen in sommerliche Bereiche zwischen 23 und 30 Grad.

Und am Sonntag?

Legt die Schwüle rasch nach. Dementsprechend steigt im Tagesverlauf überall das Schauer- und Gewitterrisiko an. Es wird - wie so oft bei diesen Wetterlagen - bestimmt nicht alle treffen. Aber dort, wo es kracht, kann es örtlich auch heftig werden.

Wo besonders und worauf müssen wir uns einstellen?

Aus heutiger Sicht sind die stärksten Gewitter in den heißesten und zuerst auch sonnigsten Regionen im Süden und Südosten zu erwarten. Vor allem dort drohen Starkregen, Hagelschlag und Sturmböen. Zuvor erreichen die Temperaturen vom Oberrhein bis herüber nach Bayern und Sachsen 27 bis 32 Grad. Aber auch im Norden wird es wärmer bei 22 bis 27 Grad.

Wie sind die Aussichten in der nächsten Woche?

Montag wahrscheinlich seltener Regengüsse sowie Blitz und Donner. Es bleibt aber warm bis heiß bei 22 bis 33 Grad. Am Dienstag werden die Unsicherheiten bei den Prognosen nochmals größer. Die Hitze könnte aber weiter zulegen. Dann sind in Teilen Süddeutschlands bis zu 35 Grad drin. Vielleicht auch etwas darüber.

Quelle: n-tv.de

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