Panorama
Freitag, 07. Oktober 2005

Für einen glücklichen Hund:: Hodenprothesen!

Den Nobelpreis kennen alle – vom "Ig-Nobelpreis" hört man seltener. Das englische Wort "ignoble" bedeutet in etwa "unwürdig". Und so kürt der satirische Ig-Nobelpreis solche Forschungsergebnisse, die vor allem eines sind: witzig. Und meistens auch ziemlich überflüssig. Für eine Nominierung ist es Bedingung, dass die wissenschaftliche Errungenschaft nicht wiederholt werden kann oder wiederholt werden soll.

Am Donnerstagabend wurden an der Harvard Universität in Cambridge, Massachusetts, die diesjährigen Ig-Nobelpreise verliehen.

"Clocky" für Morgenmuffel

Den Ig-Wirtschaftspreis bekommen Forscher für einen Wecker, der nach einem Druck auf die Schlummertaste wegrollt, sich versteckt und dann weiter klingelt. Dabei sucht sich der Prototyp "Clocky" täglich ein neues Versteck. Das Gerät vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) garantiere, dass auch der letzte Morgenmuffel aufsteht. Wer kann da noch liegen bleiben?

Hodenprothesen für Vierbeiner

Den Medizinpreis erhält der US-Forscher Gregg A. Miller. Er entwickelte Hundehoden-Prothesen. Die so genannten "Neuticles" dienen als Ersatz für herausoperierte Hoden und sind in drei Größen und Dichten zu haben. Nach Firmen-Angaben haben schon mehr als 100.000 kastrierte Haustiere diesen Hodenersatz erhalten. Er ist auch für Pferde und Katzen geeignet.

Heuschrecke guckt "Star Wars"

Der Ig-Friedenspreis ging an britische Forscher, die elektrische Signale im Gehirn einer Heuschrecke aufgenommen haben, während diese ausgesuchte Höhepunkte des Films "Star Wars" ("Krieg der Sterne") schaute.

Flugweite von Pinguin-Kot

Pinguine stoßen ihren Kot mit einer Kraft aus, die dem Luftdruck von Autoreifen entspricht. Das hat der Forscher Victor Meyer-Rochow von der privaten International University Bremen herausgefunden und deshalb den Ig-Nobelpreis für Dynamik von Flüssigkeiten erhalten. Die Abfallprodukte der Vögel fliegen in einem dickflüssigen Strahl bis zu 40 Zentimeter weit.

Dass Flüssigkeiten sich auch viel langsamer bewegen können als unter dem Druck von Pinguindärmen zeigt eine mit dem Physikpreis prämierte Arbeit: John Mainstone von der Universität Queensland führt ein Experiment fort, das seit 1927 läuft: die Beobachtung von zähem Teer, der aus einem Trichter tropft. Seit Beginn des Experiments sind bereits acht Tropfen gefallen, der nächste wird zwischen 2007 und 2010 erwartet.

Auch der diesjährige Chemie-Preis dreht sich um Flüssigkeiten. Brian Gettelfinger von der Universität Minnesota (USA) hatte sich der Frage angenommen, ob ein Mensch besser in Wasser oder Sirup schwimmen könne.

Die Arbeiten existieren tatsächlich und sind zum Teil in Fachjournalen veröffentlicht. Die Würdigung mit dem Ig-Nobelpreis ist keine Schande. Jedes Jahr kommen fast alle Geehrten zur Verleihung, und sie erhalten ihre Preise dort von echten Nobelpreisträgern.

Quelle: n-tv.de

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