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Hoeneß könnte bereits nach drei Monaten Freigänger werden.
Hoeneß könnte bereits nach drei Monaten Freigänger werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Fahnder sprechen von über 30 Mio: Hoeneß soll noch mehr hinterzogen haben

Uli Hoeneß soll weit mehr als die bekannten 28,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben. Das bestätigt die Steuerfahndung in Rosenheim, die schon jetzt auf eine Summe von mehr als 30 Millionen kommt. Und die Berechnungen sind noch nicht abgeschlossen.

Hoeneß war am 13. März wegen Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden..
Hoeneß war am 13. März wegen Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden..(Foto: picture alliance / dpa)

Uli Hoeneß hat anscheinend noch mehr als die bislang bekannten 28,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, hat die Steuerfahndung Rosenheim, die derzeit die kompletten Unterlagen des Hoeneß-Kontos bei der Züricher Vontobel Bank durcharbeitet, bereits eine hinterzogene Summe von mehr als 30 Millionen Euro errechnet. Die Berechnungen seien noch nicht abgeschlossen, ein Steuerbescheid noch nicht erstellt.

Erst wenn Hoeneß seine Schulden beim Staat beglichen hat, steht ihm die Möglichkeit einer so genannten Halbstrafe offen. Damit müsste er lediglich eine 21-monatige Haftstrafe verbüßen und könnte bereits nach drei Monaten Freigänger werden.

Hoeneß und seine engsten Berater trafen sich dem Focus zufolge, um eine Strategie für den Umgang mit den Finanzbehörden vorzubereiten und Hoeneß eine möglichst kurze Haftdauer zu ermöglichen. Hoeneß war am 13. März wegen Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Tags darauf hatte er erklärt, auf eine Revision zu verzichten. Seine Ämter als Präsident und Aufsichtsratschef von Bayern München legte er nieder.

Länder wollen schärfere Regeln

Nach dem Fall Hoeneß wollen die Bundesländer die strafbefreiende Selbstanzeige verschärfen. Die Finanzminister der Länder einigten sich am Donnerstag im Grundsatz auf eine Straffung der Regeln in gleich mehreren Punkten. Demnach soll der Nacherklärungszeitraum bei einfacher Steuerhinterziehung von bisher fünf auf mindestens zehn Jahre verlängert und der Strafzuschlag bei schwerer Steuerhinterziehung verdoppelt werden. Zudem soll die Strafzahlung bei einer hinterzogenen Summe von über 50.000 Euro von fünf auf mindestens zehn Prozent erhöht werden.

Ein endgültiger Beschluss der Länder soll hierzu nun bei der Jahreskonferenz der Länderfinanzminister am 9. Mai in Stralsund fallen. Denn einige andere Punkte sind bei den Beratungen noch offen geblieben.

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Quelle: n-tv.de

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