Samstag, 06. März 2010
"Precious" sahnt ab: Hollywood ehrt Independent-Filme
Zwei Tage vor der Oscar-Gala hat Hollywood das bittere Sozialdrama "Precious" zum Gewinner der "unabhängigen" Filmproduktionen gemacht. Das Leinwanddrama über eine fettleibige junge Schwarze, die vom Vater vergewaltigt und von der Mutter körperlich und psychisch misshandelt wird, sahnte bei der Verleihung der Independent Spirit Awards gleich fünffach ab. Der Film hat auch Aussicht auf mehrere Oscars.
Mo'Nique erhielt den Preis als beste Nebendarstellerin.
(Foto: AP)
"Precious" erhielt den Preis als "bester Film". Lee Daniels sicherte sich den begehrten Regie-Preis. Die 26-jährige Gabourey Sidibe wurde für ihre Darbietung als Opfer gewalttätiger Eltern, das sich dank Unterstützung der Schule losreißt und den Weg in eine bessere Zukunft schafft, zur besten Hauptdarstellerin ernannt. Ihre "Mutter", die ebenfalls schwergewichtige 42-jährige Mo'Nique, erhielt den Preis als beste Nebendarstellerin. An Geoffrey Fletcher ging die Auszeichnung für das Drehbuch.
Jeff Bridges wurde für seine Rolle als vom Alkohol zerstörter Countrysänger in "Crazy Heart" mit dem Spirit Award für den besten Hauptdarsteller belohnt. Der "Hollywood Reporter" berichtete, dass Bridges seine Trophäe über dem Kopf schwenkte und bekannte, "mir schlottern die Knie". Seine junge Kollegin Sidibe tanzte außer sich vor Freude auf die Bühne. Dann bekannte die junge Frau, die in "Precious" erstmals vor einer Kamera stand, dass sie seit ihrem ersten Filmerlebnis von der Schauspielerei geträumt habe.
Als Schulkind habe sie sich von gespartem Taschengeld ein Kinoticket geleistet und "Welcome to the Dollhouse" gesehen. "Es war mein erster Film, und ich dachte, so etwas kann ich doch auch". Völlig unbeleckt habe sie die Dreharbeiten begonnen, und "auch heute habe ich noch so gut wie keine Ahnung" vom Filmemachen, räumte Sidibe vor ihren gestandenen Kollegen ein.
Statt wie in vergangenen Jahren am Strand von Santa Monica fand die lockere Zeremonie erstmals auf einer Dachterrasse über dem Lichtermeer von Los Angeles statt. Die Spirit Awards sind Hollywoods Alternativauszeichnung für Filmproduktionen, die nicht mehr als 20 Millionen Dollar gekostet haben.
Statt wie in vergangenen Jahren am Strand von Santa Monica fand die lockere Zeremonie erstmals auf einer Dachterrasse über dem Lichtermeer von Los Angeles statt. Die Spirit Awards sind Hollywoods Alternativauszeichnung für Filmproduktionen, die nicht mehr als 20 Millionen Dollar gekostet haben.
dpa
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