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Sonntag, 22. August 2010

420 Passagiere ohne Klimaanlage: ICE bleibt im Tunnel liegen

Wegen eines Motorschadens bleibt ein ICE der Deutschen Bahn in einem Tunnel in Baden-Württemberg liegen. Aufgrund der langen Wartezeit müssen mehrere Fahrgäste ins Krankenhaus gebracht werden.
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(Foto: dpa)

Ein ICE mit 420 Passagieren an Bord ist in einem Tunnel bei Vaihingen an der Enz in Baden-Württemberg steckengeblieben. Der Zug war mit 200 Stundenkilometern von Berlin in Richtung München unterwegs, als er mittags im Pulverdinger Tunnel wegen eines Motorschadens liegenblieb. Vier Fahrgäste mussten nach bis zu drei Stunden Warten im Tunnel wegen Kreislaufproblemen ärztlich betreut werden - ein Passagier kam ins Krankenhaus. Im Tunnel waren die Klimaanlagen ausgefallen.

Alle Passagiere mussten in einen Ersatzzug aus Stuttgart umsteigen, da ein Versuch, den defekten Schnellzug mit einer anderen Lok abzuschleppen, fehlgeschlagen war. Zu den Verletzten kam es, weil im Tunnel nach dem Defekt der Strom ausgefallen war, mit dem die Klimaanlagen versorgt werden. Batterien sorgten dafür, dass im Zug noch Licht, Toiletten und Türöffner funktionierten. Mit insgesamt drei Stunden Verspätung kamen die Fahrgäste in Stuttgart an, wo sie mit Wasser versorgt wurden.

Strecke für Stunden gesperrt

Die Schnellbahnstrecke war in beiden Richtungen etwas mehr als drei Stunden gesperrt. Züge wurden über eine alte Strecke umgeleitet. Für die Verspätungen bezahlt die Bahn Entschädigungen; bei zwei Stunden gibt es 50 Prozent des Fahrpreises zurück.

Stefan Buhl, der Landeschef des Fahrgastverbandes Pro-Bahn bemängelt, es komme immer wieder vor, dass entweder Ersatzloks fehlten oder Probleme beim Abschleppen von Zügen aufträten. Die Bahn habe zu wenige Reservekapazitäten. "Wenn die Bahn schon überfordert ist, einen ICE in einem solchen Fall abzuschleppen, dann ist gar nicht auszumalen, was im Katastrophenfall passiert", sagte Buhl.

Erst vergangene Woche war ein ICE im Pfälzerwald mit einem Müllwagen, der an die Gleise gerutscht war, zusammengestoßen. 15 Menschen wurden verletzt. Im Juli hatte die Bahn während der Hitzewelle Schlagzeilen gemacht, nachdem in ICE-Zügen die Klimaanlagen ausgefallen und mehrere Passagiere kollabiert waren.

dpa

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