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Links der beschädigte ICE, rechts der Ersatzzug:
Links der beschädigte ICE, rechts der Ersatzzug:(Foto: Bundespolizei)

Zugunfall bei Mühlheim: ICE rammt Gerätewagen

Ernster Zwischenfall auf der Strecke zwischen Duisburg und Essen: Mit mehr als 100 Menschen an Bord fährt ein ICE am späten Abend auf ein Hindernis auf. Wie durch ein Wunder wird bei dem Zusamnmenstoß niemand verletzt.

Ein Hochgeschwindigkeitszug der Deutschen Bahn ist in der Nacht zu Donnerstag bei Mülheim an der Ruhr in einen Gerätewagen einer Baufirma gerast. An Bord des ICE befanden sich 104 Menschen, teilte die Bundespolizei mit. Der Gerätewagen wurde bei dem Aufprall zerstört, der ICE beschädigt. Verletzte gab es nicht.

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Der Zug war am späten Abend gegen 23 Uhr mit einer Geschwindigkeit von etwa 150 Kilometern pro Stunde unterwegs von Duisburg nach Essen, als er mit dem auf dem Gleis abgestellten Rollwagen kollidierte. Selbst eine Schnellbremsung des Lokführers habe den Zusammenstoß nicht mehr verhindern können, hieß es. Der Rollwagen wurde bei dem Aufprall aus dem Gleisbett geschleudert und völlig zerstört. Die Arbeiter konnten die Gefahrenstelle zum Glück rechtzeitig verlassen.

Nach ersten Ermittlungen der Bundespolizei hatten Mitarbeiter der Baufirma ihren Wagen aus Versehen auf einem nicht gesperrten Gleis geparkt. Für die Durchfahrt gesperrt war - wie von der Firma beantragt - ein anderes Gleis - auf dem der reguläre Nacht-ICE aus Duisburg heranrollte.

"Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen stellten die Arbeiter einen Rollwagen, der zum Transport der Zaunfelder diente, irrtümlich in das nicht gesperrte Ferngleis", teilte die Bundespolizei mit. Gegen einen Mitarbeiter der Baufirma werde wegen Gefährdung des Bahnverkehrs ermittelt.

Da das Ausmaß der Schäden am ICE zunächst unklar waren, stellte die Bahn noch in der Nacht einen Ersatzzug bereit, der auf dem Parallelgleis neben dem Unfallzug hielt. Per Leiterbrücke konnten die Fahrgäste auf offener Strecke umsteigen. Mit zwei Stunden Verspätung konnten sie ihre Reise nach Essen fortsetzen. Schäden am Gleisbett gab es offenbar nicht: Nachdem auch der beschädigte ICE die Unfallstelle verlassen hatte, konnte die Bahnstrecke wieder für den Verkehr freigegeben werden.

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Quelle: n-tv.de

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