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Der Deutsche Kinderschutzbund begrüßt es grundsätzlich, wenn Provider mehr in die Verantwortung genommen werden.
Der Deutsche Kinderschutzbund begrüßt es grundsätzlich, wenn Provider mehr in die Verantwortung genommen werden.(Foto: picture alliance/dpa)
Freitag, 13. Oktober 2017

Viele Hinweise aus den USA: Immer mehr Kinderpornografie-Verfahren

Deutsche Behörden ermitteln immer öfter wegen Kinderpornografie-Verdachts. Ein Großteil der Verfahren geht auf Hinweise aus den USA zurück. Denn dort müssen Internetanbieter die Inhalte ihrer Nutzer entsprechend filtern.

Die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen Herstellung, Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie ist in den vergangenen Jahren sprunghaft gestiegen. Nach Angaben der "Welt" registrierten die Behörden allein vergangenen Jahr 1353 Verfahren - 570 mehr als noch ein Jahr zuvor. Für 2017 wird ein neuerlicher starker Anstieg erwartet. Die Zeitung beruft sich auf eine Statistik der Zentralstelle für die Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT), eine Sondereinheit der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main. "Ein Großteil der Ermittlungsverfahren beruht inzwischen auf Hinweisen der US-Behörden - nahezu täglich erreichen uns solche Meldungen", sagte Oberstaatsanwalt und ZIT-Sprecher Georg Ungefuk.

Die Gesetzeslage in den USA verpflichte dortige Internetanbieter und Firmen, die Inhalte ihrer Nutzer nach bekanntem kinderpornografischem Material zu filtern. Von den 1353 Kinderpornoverfahren der hessischen Zentralstelle im vergangenen Jahr gingen allein 1086 Verfahren auf die Hinweise durch die gesetzliche Meldepflicht in den USA zurück. "Deutsche Firmen sind aktuell nicht zu einer solchen Filterung verpflichtet", sagte Ungefuk. "Die US-Regelung zeigt - je präsenter der Staat in diesem Bereich ist, umso mehr Straftaten werden aufgedeckt."

Der Deutsche Kinderschutzbund bezeichnete es als grundsätzlich begrüßenswert, dass Provider, Datenspeicherdienste oder E-Mail-Anbieter mehr in die Verantwortung genommen werden. "Etwa beim Aufspüren und Anzeigen von kinderpornografischem Material", sagte die stellvertretende Geschäftsführerin der Organisation, Martina Huxoll-von Ahn der "Welt". Es sei jedoch fraglich, ob durch eine elektronische Filterung wie in den USA tatsächlich Missbrauchstäter und damit auch Hersteller von Kinderpornografie ausfindig gemacht werden. Das System funktioniere nur bei bereits bekanntem Material.

Am Montag hatten die Frankfurter Ermittler nach einer kurzen Öffentlichkeitsfahndung mit Bildern des vierjährigen Opfers einen mutmaßlichen Kinderschänder festgenommen. Dieser soll aus dem engsten Umfeld des Mädchens stammen.

Quelle: n-tv.de

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