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Der Grenfell Tower ist völlig verkohlt: Die Fotos lassen nur schwer erkennen, dass dort bis vor kurzem Menschen einen ganz normales Leben führten.
Der Grenfell Tower ist völlig verkohlt: Die Fotos lassen nur schwer erkennen, dass dort bis vor kurzem Menschen einen ganz normales Leben führten.(Foto: AP)
Montag, 19. Juni 2017

Feuer-Drama in London: Immer mehr Tote im Grenfell Tower

Die Flammen im Grenfell Tower sind erloschen. Erstmals veröffentlicht Scotland Yard Aufnahmen aus dem Inneren des ausgebrannten Hochhauses. Die Fotos lassen erahnen, was die Polizei wenig später bestätigt: Auch die Vermissten sind tot.

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Die Zahl der Todesopfer nach der Brandkatastrophe im Londoner Hochhaus Grenfell Tower steigt weiter an. Insgesamt 79 Menschen seien tot oder noch vermisst, "und traurigerweise" müsse er davon ausgehen, dass auch sie tot seien, sagte Stuart Cundy von der Londoner Polizei. Zuvor hatten die Behörden von 58 Todesopfern gesprochen. Einige Familien haben mehr als ein Mitglied verloren, fügte er hinzu. Am Mittag gedachten die Briten mit einer Schweigeminute der Opfer des Feuers im Norden von Kensington.

Zuvor hatte die Londoner Polizei erstmals Aufnahmen aus dem Inneren des ausgebrannten Hochhauses veröffentlicht. Auf den Fotos und Videos lässt sich nur schwer erkennen, dass dort bis vor kurzem Menschen ein ganz normales Leben führten: Die Wohnungen wirken wie jahrzehntealte Kriegsruinen, nur mit Mühe sind zwischen Schutt und Asche eine ausgebrannte Waschmaschine, eine Badewanne, ein Geschirrbecken sowie das Gerippe eines Fitnessrads zu erkennen.

Inferno war vermeidbar

Der Zustand im Inneren des 28-stöckigen Wohnturms sei kaum zu beschreiben, sagte Cundy. Nach seinen Angaben wird die Suche in dem ausgebrannten Gebäude wahrscheinlich noch Wochen andauern.

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan sieht als Ursache für die Brandkatastrophe eine Serie von Fehlern bei den zuständigen Verantwortlichen. Das Inferno sei ein "vermeidbarer Unfall" gewesen, sagte Khan dem Sender BBC, nachdem er an einer Trauerzeremonie für die Opfer der Katastrophe teilgenommen hatte. "Diese Tragödie ist die Folge von Fehlern und Nachlässigkeiten von Seiten der politischen Verantwortlichen, des Rathauses (im Bezirk) sowie der Regierung", sagte Khan.

Der Brand im Grenfell Tower im Westen Londons war in der Nacht zum Mittwoch ausgebrochen und hatte sich über die Fassade rasend schnell ausgebreitet. Viele Bewohner wurden im Schlaf überrascht.

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Quelle: n-tv.de

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