Panorama

"Polizei war noch nie so gut"Immer weniger Sexualdelikte

24.08.2008, 12:15 Uhr

Das Risiko für Kinder, Opfer eines Sexualmordes zu werden, ist aus Sicht des Kriminologen Pfeiffer in Deutschland noch nie so gering wie heute.

Das Risiko für Kinder, Opfer eines Sexualmordes zu werden, ist aus Sicht des Kriminologen Christian Pfeiffer in Deutschland noch nie so gering wie heute. "Auch wenn ein anderer Eindruck vermittelt wird - seit Jahrzehnten gehen diese Straftaten zurück", sagte der Chef des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen in Hannover. Der Grund: "Die Polizei war noch nie so gut, die Strafverfolgung arbeitet effizient, die Therapien für verhaltensgestörte Menschen sind besser. Es gibt weniger Eltern, die Kinder misshandeln oder quälen."

Jeder dieser Morde sei grauenhaft, sagte Pfeiffer. Es werde aber bei allen Anstrengungen nicht gelingen, solche Taten zu verhindern. "Das ist wohl eine Illusion. Es wird immer wieder vorkommen." Völlig unsinnig sei es, wegen Fällen wie bei Michelle Kinder nicht mehr allein aus dem Haus zu lassen. "Die Selbstständigkeit von Kindern darf nicht behindert werden." Es sei wichtig, dass sie etwa mit dem Straßenverkehr klar kommen, dass sie eigene Erkundungen machen. "Ein Kind bis zu zehn Jahren ständig bei der Hand zu nehmen und es überall hin begleiten zu wollen, ist völlig unrealistisch", sagte Pfeiffer. Das Risiko, dass dem Kind etwas geschehe, sei extrem gering. Den Eltern von Michelle könne kein Vorwurf gemacht werden.

Es sei wichtig, mit Kindern darüber zu sprechen, dass es Männer gebe, die auf sexuelle Kontakte zu ihnen aus seien. "Das wird man bei Fünfjährigen noch nicht machen können, bei Achtjährigen schon eher. Das geschieht normalerweise auch."