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Dunkle Wolken über dem Bardarbunga.
Dunkle Wolken über dem Bardarbunga.(Foto: REUTERS)

Alarmstufe Rot: Island verhängt Flugverbot nach Lava-Austritt

Der europäische Flugverkehr könnte in Kürze erneut stark beeinträchtigt werden. Der Grund: Wieder einmal zeigt sich ein isländischer Vulkan aktiv, diesmal der größte des Landes. Flüge in der Region sind bereits verboten.

In Island haben die Behörden angesichts der Aktivitäten des Gletschervulkans Bardarbunga ein Flugverbot in der betroffenen Region verhängt. Der Wetterdienst rief für den Flugverkehr Alarmstufe Rot aus, nachdem Erschütterungen am Krater registriert worden waren und Lava ausgetrat.

Alarmstufe Rot bedeutet, dass ein Ausbruch bereits im Gange ist oder unmittelbar bevorsteht und dass ein deutlicher Ausstoß von Asche wahrscheinlich ist. Vulkanasche kann in Flugzeugtriebwerken großen Schaden anrichten und sogar zum Ausfall der Turbinen führen.

"Es gab eine intensive Erdbebenaktivität in dem Vulkan", sagte die Behördenvertreterin Kristin Jonsdottir. "Wir können nicht ausschließen, dass dies ein großer Ausbruch sein könnte." Wegen der erhöhten seismischen Aktivität ist die Region um den Vulkan bereits evakuiert worden. Der Bardarbunga ist der größte Vulkan Islands. Er liegt unter dem Gletscher Vatnajökull im Südosten des Landes.

Vulkan schon länger aktiv

Der Bardarbunga ist seit einer Woche aktiv. Am Montag wurde ein Erdstoß der Stärke 4,5 gemessen und die Warnstufe für den Flugverkehr auf Orange angehoben. Wissenschaftler befürchten, dass ein größerer Ausbruch des Vulkans erhebliche Schäden anrichten und durch Aschewolken den Flugverkehr in Nordeuropa und über dem Nordatlantik behindern könnte.

Die europäische Flugsicherung Eurocontrol teilte mit, sobald es zu einem Ausbruch komme, werde das Beratungszentrum für Vulkanasche in London Vorhersagen über die Aschekonzentration in der Atmosphäre machen. Daraufhin dürften die Behörden für die zivile Luftfahrt Hinweise herausgeben. Eine Änderung von Flugplänen und -routen läge Eurocontrol zufolge aber in der Verantwortung der Fluggesellschaften.

Im April 2010 hatte die Eruption eines kleineren isländischen Vulkans, des Eyjafjallajökull, einen Monat lang den Flugverkehr in Europa lahmgelegt. Mehr als 100.000 Flüge wurden gestrichen, mehr als acht Millionen Reisende saßen zum Teil tagelang auf Flughäfen fest.

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Quelle: n-tv.de

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