Panorama

Zwei Jahre nach der KatastropheJapaner klagen gegen Tepco

11.03.2013, 07:55 Uhr
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Mitarbeiter der Firma Tepco, die das Atomkraftwerk in Fukushima betrieb, legen eine Schweigeminute ein. (Foto: REUTERS)

Hunderte Japaner ziehen vor Gericht. Ihr Ziel: Die Region um Fukushima soll in den Zustand versetzt werden, in dem sie vor der Atomkatastrophe war. Unterdessen gedenken Hunderttausende Japaner der Opfer. Auch Regierungschef Abe appelliert an seine Landsleute.

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(Foto: dpa)

Zwei Jahre nach der Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima haben hunderte Japaner Klage gegen ihre Regierung und den Energiekonzern Tepco eingereicht. Der Klage vor einem Gericht in Fukushima hätten sich rund 800 Betroffene angeschlossen, hieß es in einer Erklärung der Anwälte. Die Kläger wollen erreichen, dass die Reinigungsarbeiten in der Region intensiviert werden. Tepco ist der Betreiber des Atomkraftwerks.

Die Kläger verlangen den Angaben zufolge monatlich je 50.000 Yen (400 Euro), bis die kontaminierte Region wieder restauriert sei. Sie kommen hauptsächlich aus der Präfektur Fukushima, einige auch aus benachbarten Regionen. "Mit dieser Klage wollen wir eine Wiederherstellung der Region in den Zustand, in dem sie vor der Atomkatastrophe war", erklärten die Anwälte genau am zweiten Jahrestag der Katastrophe.

Tausende von Menschen demonstrierten anlässlich des zweiten Jahrestages der Katastrophe an mehreren Orten Japans gegen ein von der Regierung geplantes Wiederanfahren der Atommeiler im Lande. Weite Gebiete wurden verstrahlt.

Zehntausende nicht zurückgekehrt

Fast 16.000 Menschen starben, nachdem ein Erdbeben der Stärke 9,0 am 11. März 2011 den Nordosten Japans erschütterte und einen bis zu 20 Meter hohen Tsunami auslöste. Rund 2700 Menschen gelten bis heute als vermisst, etwa 2300 Menschen starben an den Folgen der Unglücke angesichts ihrer drastisch verschlechterten Lebensbedingungen. Das Erdbeben und der Tsunami lösten damals eine Reihe schwerer Reaktorunfälle im Atomkraftwerk Fukushima aus.

Nach Angaben der Wiederaufbaubehörde leben immer noch rund 315.000 Menschen fern ihrer früheren Häuser, verteilt über alle Provinzen des Landes. Rund 57.000 Menschen sind bislang nicht nach Fukushima zurückgekehrt, wo es im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi in Folge des Erdbebens und Tsunamis zu einem Super-GAU gekommen war.

Gedenktag in Japan

Japan gedachte indes mit einer Gedenkminute der Opfer der Katastrophe. Um 14.46 Uhr Ortszeit, dem Zeitpunkt, des Erdbebens, legten die Menschen in den Katastrophengebieten und anderen Orten eine Schweigeminute für die Toten ein. Bei einer zentralen Gedenkzeremonie in Tokio gedachten auch Kaiser Akihito und seine Gemahlin Kaiserin Michiko zusammen mit Angehörigen der Opfer und Regierungsvertretern der schlimmsten Katastrophe in Japan seit dem Zweiten Weltkrieg.

Der japanische Regierungschef Shinzo Abe rief seine Landsleute dazu auf, den Opfern der verheerenden Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe weiter helfend beizustehen. Immer noch werde "die Kraft aller" im Katastrophengebiet gebraucht, erklärte Abe in einer Internetbotschaft. Die Japaner sollten an freiwilligen Hilfsaktionen teilnehmen, spenden, ins Katastrophengebiet fahren und Produkte aus dem betroffenen Nordosten kaufen, fügte Abe hinzu. Zugleich versicherte der Ministerpräsident, der Wiederaufbau solle beschleunigt werden.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP