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Jesus folgt niemandem, ihm wird gefolgt.
Jesus folgt niemandem, ihm wird gefolgt.(Foto: twitter.com/jesus / Screenshot n-tv.de)

"Kein neumodischer Schnickschnack": Jesus twittert, Zollitsch noch nicht

Es ist etwas verwirrend. Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, sagt: Heutzutage würde Jesus auch Twitter nutzen, um seine Botschaft zu verkünden. Allerdings hat "@jesus" dort längst über eine halbe Million Follower. An den Papst kommt der Erlöser damit nicht heran - an Zollitsch aber locker.

Betlehem, der Stern, Maria und das Christkind – wären die Weihnachtsgeschichte und ihre Folgen in der heutigen Zeit passiert, gäbe es wohl einen Informationsüberfluss über die Aktivitäten von Jesus. Und, wie der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch sagte, der Erlöser würde sich wohl auch über Twitter und Facebook mitteilen.

Jesus habe sich "immer auf die Suche nach den Menschen gemacht und ist dafür auch ungewöhnliche Wege gegangen", sagte der Freiburger Erzbischof den "Ruhr Nachrichten". "Es ging ihm darum, die Botschaft von der Barmherzigkeit des Herrn zu verbreiten", fügte er hinzu.

"Jesus Christ" gibt es bei Twitter - natürlich - trotz des vermutlich rund 2000 Jahre vergangenen Ablebens. Unter dem Namen "@jesus" wurden bereits 406 Tweets abgesetzt, das Konto hat mehr als 523.000 Abonnenten. Eine der größtenteils ironischen Mitteilungen spielt auf ein bekanntes Dilemma von Eltern hin: "Vater hat mir gerade gesagt, er sei der Weihnachtsmann. Das macht alles kaputt." Ebenfalls authentisch: Jesus selbst folgt niemandem.

Papst bereits aktiv

Robert Zollitsch, zeitgemäß.
Robert Zollitsch, zeitgemäß.(Foto: dpa)

Zollitsch sagte der Zeitung, grundsätzlich seien "alle Medien geeignet, Gottes Wort zu den Menschen zu bringen". Die Nutzung sozialer Netzwerke im Internet sei "kein neumodischer Schnickschnack, sondern eine Möglichkeit, Menschen zu erreichen, die wir sonst vielleicht nie erreicht hätten". Das Freiburger Erzbistum verbreite selbst Nachrichten über Twitter. "Vielleicht lasse ich mir ja noch einen persönlichen Account einrichten", sagte Zollitsch. Zwar gibt es bereits ein Twitter-Konto "@Zollitsch", mit der Bezeichnung "Bischofskonferenz". Eine Meldung wurde darüber aber noch nicht abgesetzt.

Der Papst ist da schon einen Schritt weiter, mindestens. Vor zwei Wochen setzte Benedikt XVI. seinen ersten Beitrag ab. Mittlerweile folgen dem User "@Pontifex" mehr als 1,3 Millionen Menschen bei Twitter. Ob er die Nachrichten tatsächlich selbst schreibt, ist dabei jedoch nicht sicher.

Der Erzbischof warnte zudem vor einer sozialen Spaltung in Deutschland. "Die Armen bleiben zurück, und der Reichtum in der Hand einiger weniger nimmt weiter zu, das ist eine gefährliche Entwicklung", sagte Zollitsch. "Wir müssen das Problem von Altersarmut lösen", sagte Zollitsch. Auch "Steuererhöhungen und Abgaben für Vermögende" dürften dabei "kein Tabu sein".

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Quelle: n-tv.de

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