Panorama

Nach Brandkatastrophe in BangladeschJustiz setzt Fabrikbesitzer fest

19.05.2013, 21:16 Uhr
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Höhepunkt der tödlichen Unfälle: Die eingestürzte Fabrik im April. (Foto: dpa)

Der Einsturz einer Fabrik in Bangladesch mit 1127 Toten im April war der Höhepunkt - doch im vergangenen Jahr kamen bei einem Brand bereits 111 andere Arbeiter ums Leben. Der verantwortliche Besitzer darf das Land nun nicht mehr verlassen.

Unter dem Eindruck des verheerenden Einsturzes einer Textilfabrik in Bangladesch haben die Behörden gegen einen weiteren umstrittenen Bekleidungsunternehmer ein Ausreiseverbot verhängt. Der Chef der Tazreen Fashion-Werke bei Dhaka, Delwar Hossain, darf das Land vorerst nicht mehr verlassen und muss Ende Mai vor Gericht erscheinen, sagte Vize-Generalstaatsanwalt Biswojit Roy der Nachrichtenagentur AFP. Einen rechtskräftigen Haftbefehl gegen den Unternehmer, der nach einem tödlichen Brand in einer seiner Fabriken zunächst ungeschoren blieb, gebe es bislang aber nicht.

Bei dem Feuer in Hossains Werk waren Ende November 111 Arbeiter ums Leben gekommen. Der Unternehmer mit besten Verbindungen zur mächtigen Textillobby des südasiatischen Landes bleib bislang unbehelligt.

Angesichts des katastrophalen Fabrikeinsturzes am 24. April mit 1127 Toten schlägt skrupellosen Unternehmern in Bangladesch jedoch wachsender Unmut entgegen. So wurden die mutmaßlichen Verantwortlichen der Einsturzkatastrophe verhaftet. Das Unglück in einem Vorort von Dhaka hatte zu Arbeiterprotesten und zur vorübergehenden Schließung hunderter Fabriken in Bangladesch geführt.

Seit November wurden bei Unglücken in Unternehmen in Bangladesch mindestens 1250 Menschen getötet. Arbeitsschutzvorschriften in dem bevölkerungsreichen Land sind kaum vorhanden oder werden grob missachtet.

Quelle: ntv.de, AFP