Panorama

Schadensersatz von SpringerKachelmann fordert Millionen

30.07.2010, 22:33 Uhr
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Kachelmann äußerte sich in der ARD. (Foto: dpa)

Kaum in Freiheit, bricht Wettermoderator Kachelmann doch sein Schweigen. Er erzählt von der Zeit in Haft und seinem Verhältnis zu Beamten und Insassen. Außerdem wird bekannt, dass er vom Springer-Verlag Schadensersatz verlangt.

Fernsehmoderator Jörg Kachelmann will vor Gericht um seine Freiheit kämpfen. "Aufgrund meines Wissens, dass ich unschuldig bin, habe ich keinen Grund, mich von irgendetwas fernzuhalten, oder wegzulaufen", sagte der 52-Jährige in einem ersten Interview nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft. Er habe Vertrauen in die deutsche Justiz. Dennoch ist über den Umgang mit Kachelmann ein Streit entstanden.

Wie bekannt wurde, sieht sich Kachelmann in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt und fordert vom Springer-Verlag Schadensersatz in Millionenhöhe. "Wir können bestätigen, dass es Forderungen gibt, die sich etwa auf zwei Millionen Euro summieren", bestätigte Tobias Fröhlich, Sprecher der "Bild"-Gruppe. Der Verlag weise die Forderungen allesamt zurück. Kachelmanns Anwalt Ralf Höcker wollte die Sache auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. Wie die "FAZ" berichtet, fordern die Anwälte Kachelmanns Schmerzensgeld von "Bild" und "Bild am Sonntag".

"Großer Respekt"

"Der Albtraum ist für mich noch nicht zu Ende", sagte Kachelmann. Er wünsche sich, "dass er bald zu Ende geht und sich meine Unschuld in sämtlichen Gremien der deutschen Justiz durchsetzt". Unschuldig im Gefängnis zu sitzen, sei das bisher furchtbarste in seinem Leben gewesen, sagte er mit Blick auf die viereinhalb Monate in der Untersuchungshaft in Mannheim. Jetzt gelte es, die Hauptverhandlung vorzubereiten

Über seine Zeit in der Untersuchungshaft und sein Verhältnis zu den dortigen Beamten sagte Kachelmann: "Alle, die ich erlebt habe in ihrer Arbeit, haben sich ausgezeichnet durch großen Respekt. Nicht nur mir gegenüber, sondern allen Gefangenen gegenüber. Und dieser Respekt war durchaus wechselseitig."

Das Oberlandesgericht Karlsruhe hatte den Haftbefehl gegen den Schweizer aufgehoben. Am 6. September beginnt unabhängig davon wie geplant der Prozess gegen Kachelmann vor dem Landgericht Mannheim.

Die Staatsanwaltschaft legt Kachelmann Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall und Körperverletzung zur Last. Er soll Anfang Februar seine frühere Freundin vergewaltigt und mit einem Messer am Hals verletzt haben. Er war am 20. März nach der Rückkehr von den Olympischen Winterspielen aus Kanada verhaftet worden.

Quelle: dpa/AFP