Panorama

Große Bühne des Ex-PräsidentenKarnevalisten lachen über Wulff

20.02.2012, 18:22 Uhr
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K.o. im Ring: Wulff ist die Zielscheibe des Spotts. (Foto: AP)

Es ist wohl der vorerst letzte große Auftritt von Christian Wulff: Bei den Rosenmontagszügen wird der zurückgetretene Präsident zu einem beliebten Thema der Umzugswagen. Millionen schauen zu und versetzen das Rheinland in den Ausnahmezustand.

Der zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff ist bei den Rosenmontagszügen im Rheinland besonders gern aufs Korn genommen worden. Mit ihren Mottowagen gossen die Narren in den rheinischen Karnevalshochburgen aber auch ihren Spott über die Euro-Krise, Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy sowie über die ungleichen Kräfteverhältnisse in der schwarz-gelben Koalition. Bei trockenem Wetter säumten Millionen Zuschauer die Straßen in Köln, Düsseldorf oder Mainz und feierten den Höhepunkt des Straßenkarnevals.

Die Düsseldorfer waren wieder besonders bissig: Ein Wagenmotiv zeigte Wulff als gerupften Bundesadler kopfüber abgestürzt mit dem Schriftzug "Und Tschüss...". Dahinter pickte sich Gauck aus einem Ei. , um möglichst aktuell zu sein. In Mainz ging Wulff im Boxring k.o. in die Knie, in Köln wurde er vom "deutschen Michel" aus einem viel zu großen Anzug gezogen.

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Die Karnevalisten zeigen auch Merkel mit Sarkozy. (Foto: dpa)

In Mainz war es der 111. Rosenmontagszug. Die Wagen zeigen unter anderem Kanzlerin Merkel im "Kopfstand" bei Themen wie Atomausstieg und Mindestlohn. FDP-Chef Philipp Rösler guckte traurig aus seiner übergroßen "toten Hose" unter einem Pleitegeier. Selbst die rechtsextremistische Mordserie und die Diskussion um ein mögliches Versagen der Sicherheitsbehörden waren Thema: Drei V-Leute mit Sonnenbrillen standen neben einer Döner-Bude. Dazu hieß es: "Nichts hören, sagen, sehen? Man kann es nicht verstehen!"

Bei der schwäbisch-alemannischen Fastnacht in Baden-Württemberg herrschten andere Gesetze. Dort stand in Rottweil der traditionelle Narrensprung an. Rund 4000 Kleidlesträger zogen mit lautem Geschrei und dem Ruf "Hu-hu-hu-hu-hu" durch die Stadt. Mit Hilfe ihrer Stangen vollführten die Narren wilde Sprünge.

Unglück in der Eifel

Zu einem Unglück kam es bei Vorbereitungen für einen Karnevalsumzug in der Eifel. Wie der Ortsvorsteher von Blankenheim-Ripsdorf, Hans-Peter Wasemsein, berichtete, wurde ein 24-Jähriger tödlich verletzt. Nach Angaben der Kreispolizei in Euskirchen wollten Karnevalisten in dem Ortsteil Ripsdorf einen Umzugswagen mit einem Traktor aus einer Scheune ins Freie fahren. Auf der eisglatten Ausfahrt kam das Gespann am Rosenmontag ins Rutschen

Der 24-Jährige, der als Einweiser tätig war, wurde zwischen Anhänger und Hauswand eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt. Mit einem Hubschrauber wurde er nach Bonn geflogen, wo er jedoch wenig später starb. Der für Dienstag geplante Umzug wurde abgesagt.

Premiere im Schwarzwald

Bei den Narren in Schramberg im Schwarzwald gab es eine Premiere: Auch wenn der Fluss Schiltach zugefroren war, ließen sie sich nicht die Da-Bach-na-Fahrt nehmen. Statt "da Bach na" fuhren sie jedoch mit ihren Holzzubern auf Rädern die Einkaufsstraße entlang - das gab es so noch nie. Dafür, dass keiner trocken blieb, sorgte die Feuerwehr mit einem Planschbecken im Ziel. So konnten die Narren doch noch ihren Fastnachtsruf "patsch-nass" schmettern.

Zum Finale der fünften Jahreszeit werden am Fastnachtsdienstag zu großen Umzügen in Stuttgart und Karlsruhe Hunderttausende erwartet, auch in Rottweil wird nochmal gesprungen und in München steht der Tanz der Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt an.

Quelle: dpa