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Zum Höhepunkt des Straßenkarnevals erwartet die Karnevalisten nasskaltes Wetter.
Zum Höhepunkt des Straßenkarnevals erwartet die Karnevalisten nasskaltes Wetter.(Foto: picture alliance / dpa)

Aprilwetter zur fünften Jahreszeit: Karnevalisten müssen sich warmschunkeln

Trocken bleibt es in den nächsten Tagen in keiner der Karnevalshochburgen. n-tv-Meteorologe Björn Alexander sagt Regenschauer und stürmischen Wind voraus. Echte Karnevalisten lassen sich aber durch solche Wetterkapriolen ohnehin nicht die Stimmung verderben.

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n-tv.de: Björn, in den Karnevalshochburgen stehen die närrischen Tage bevor. Wird das Wetter denn auch mitspielen?

Björn Alexander: Zwischenzeitlich wird es zwar auch mal freundliche Abschnitte geben. Die werden allerdings immer wieder von Regen oder Schauern unterbrochen. Zudem weht ein kräftiger Wind, der teilweise stürmisch auffrischen kann. Selbst eine ausgewachsene Sturm- oder Orkanlage ist im Laufe der nächsten Woche nicht auszuschließen.

Woran liegt’s?

Der Jetstream - also die wetterlenkende Strömung - verläuft derzeit recht weit südlich über dem Atlantik und wir sind mittendrin. So bekommen wir immer mal wieder die volle Breitseite von den Regengebieten und die Druckunterschiede zwischen dem mächtigen Skandinavientief und dem Azorenhoch sind groß, was wiederum den starken bis stürmischen Wind aus westlichen Richtungen bei uns zur Folge hat. Für die Aussichten der nächsten Tage hat sich bei uns in der Redaktion schon das Kürzel "KK" eingebürgert - und das sagt leider auch schon alles: Kackkarnevalswetter.

Bleibt es denn wenigstens mild?

Auch das nicht. Je nachdem, wie die Tiefs über uns hinwegziehen, kommt bei uns mal etwas mildere, mal etwas kältere Luft heran. Da aber eben auch immer wieder Regen mit dabei sein wird, würde ich die nächsten Tage schon mit dem Attribut nasskühl bis nasskalt versehen. Also weder richtig frühlingshaft, noch wirklich winterlich.

Dann kümmern wir uns doch mal um die Details. Wie wird der Donnerstag?

Am Rosenmontag sollen die Temperaturen lediglich zwischen 6 und 10 Grad liegen.
Am Rosenmontag sollen die Temperaturen lediglich zwischen 6 und 10 Grad liegen.(Foto: picture alliance / dpa)

An Weiberfasnacht ist es in den Karnevalshochburgen am Rhein zum Start in den Straßenkarneval nasskalt und windig. Um 11:11 Uhr liegen die Temperaturen in Düsseldorf, Köln und Mainz bei 4 Grad und erreichen am Nachmittag 6 Grad in Mainz, 8 Grad in Düsseldorf und 9 Grad in Köln. Der Wind sorgt aber dafür, dass es sich kälter anfühlt. Mann und Frau müssen mit Böen zwischen 30 und 50 Kilometern pro Stunde (Stärke 5 bis 7) rechnen. Am windigsten ist es dabei in Mainz. Dort und in Bonn dominieren um 11:11 Uhr kompakte Wolken den Himmel, es könnte aber noch zeitweise trocken sein, während in Köln und Düsseldorf schon mit leichtem Regen gerechnet werden muss. Das Wetter gleicht sich aber an. Am Nachmittag regnet es an allen drei Orten immer wieder leicht bis mäßig.

Was macht der Deutschlandtrend zum Wochenende?

Am Freitag zieht der Regen ostwärts weiter. Das heißt: Anfangs östlich der Elbe noch Auflockerungen, am Nachmittag dafür im Südwesten öfter mal aufgeheitert. Dabei meldet sich mildere Luft an: 4 Grad in mittleren Lagen des Erzgebirges, 6 Grad an der Oder und bis 12 Grad am Rhein. Am Samstag ist es zunächst überall trocken, im Osten und Süden auch länger sonnig, speziell am föhnigen Alpenrand. Im Westen und Nordwesten kommen aber spätestens mittags neue Regenwolken. Dazu windige 6 bis 14 Grad.

Wie geht es am Sonntag weiter?

n-tv Meteorologe Björn Alexander
n-tv Meteorologe Björn Alexander

Sehr wechselhaft und sehr windig mit wieder kälteren Duschen, denn dann kommt der nächste Schwall Kaltluft heran. Länger trocken und sonniger bleibt wahrscheinlich nur der Osten. 4 bis 12 Grad.

Und dann ist auch schon Rosenmontag.

Korrekt. Jedoch ist das Timing nach jetzigem Stand äußerst ungünstig. Denn mit der neuen Woche ziehen im Westen wahrscheinlich die nächsten Regengüsse auf. Zudem bleibt der Wind ein großes Thema: Er könnte durchaus sehr, sehr stark oder sogar richtig stürmisch wehen. Extrem ungünstig also für den Höhepunkt des Straßenkarnevals. Und auch die Temperaturen muss man sich irgendwie schöntrinken oder sich warmschunkeln: Die mildere Variante sieht etwa 10 Grad vor. Die kühleren Berechnungen zeigen für den Montag nur 6 Grad hier im Westen an.

Ist das am Rosenmontag dann schon der eingangs erwähnte Orkan?

Nach jetzigem Stand würde ich das größte Sturmpotenzial Mitte nächster Woche sehen. Allerdings ist das ja noch ganz schön lange hin und die Unsicherheiten sind groß.

Wie lange bleibt es denn stürmisch?

Schwer zu sagen. Momentan ist davon auszugehen, dass sich an dieser sehr wechselhaften Gemengelage bis etwa zur Monatsmitte nicht so sehr viel ändern wird. Dabei ändert sich auch an dem kleinen Hin und Her der Temperaturen nicht allzu viel. Auf den Vorderseiten der Tiefs sind im Flachland Werte um die 10 Grad drin, auf den kühleren Rückseiten verirren sich schon mal Flocken bis in tiefere Lagen. Auf den höheren Bergen ist es durchaus winterlich.

Apropos Berge und Winter: wie sieht es denn für die Karnevalsflüchtlinge aus?

Nach Neuschnee am Donnerstag und Freitag gibt’s in den Alpen am Samstag gutes Skiwetter – ab Sonntag auch durchwachsen, aber sehr wahrscheinlich nicht ganz so fies wie bei den Karnevalisten. Wer tatsächlich Sonne und Wärme sucht: Ab nach Südspanien bei bis zu 20 Grad.

Quelle: n-tv.de

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