Achteinhalb Jahre für MordversuchKassandras Peiniger verurteilt

Viele Stunden verbracht die neunjährige Kassandra schwer verletzt in einem Kanalschacht. Dort sollte sie wohl auch sterben. Sie wurde gerettet und der Jugendliche, der ihr das angetan hat, muss für viele Jahre hinter Gitter.
Der minderjährige Peiniger der kleinen Kassandra ist zu achteinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt worden. Das Landgericht in Wuppertal sprach den 15-jährigen Schüler des versuchten Mordes schuldig. Er hatte das neunjährige Mädchen am 14. September 2009 in Velbert mit Steinhieben lebensgefährlich verletzt, in einen Kanalschacht geworfen und den schweren Deckel darüber gezogen. Außerdem tarnte er das Versteck mit Ästen.
Kassandra war nach vielen Stunden im Schacht stark unterkühlt von einem Spürhund entdeckt worden. Sie wurde tagelang in ein künstliches Koma versetzt und konnte sich später an die Tat nicht erinnern.
Die Öffentlichkeit blieb von dem Prozess vollständig ausgeschlossen. Der Prozess endete nach nur drei Wochen und sieben Verhandlungstagen. Ursprünglich war er bis Ende Juni angesetzt.
Beim Prozessauftakt hatte der Schüler nach monatelangem Schweigen überraschend zur Tat ausgesagt. Seine Verteidigerin hatte dies als Geständnis gewertet. Womöglich auch deshalb blieb das Gericht unter der möglichen Höchststrafe für versuchten Mord von bis zu zehn Jahren Haft.