Streit um Gaddafi-SohnKeine Anklage mehr
Zwei beim Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi angestellte Bedienstete haben eine Anzeige gegen ihn und seine Ehefrau zurückgezogen.
Zwei beim Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi angestellte Bedienstete haben eine Anzeige gegen ihn und seine Ehefrau zurückgezogen. Der Anwalt der beiden Angestellten, Franois Membrez, sagte in Genf, seine Klienten hätten entschieden, die Anzeige wegen einfacher Körperverletzung, Drohung und Nötigung gegen ihre ehemaligen Arbeitgeber, den Gaddafi-Sohn Hannibal, zurückzuziehen.
Auch das Außenministerium in Bern bestätigte den Sachverhalt. Libyen hatte den Schritt als Bedingung für eine Beilegung des Streits mit der Schweiz genannt, bei dem unter anderem Öllieferungen gesperrt worden waren.
Membrez sagte weiter, die Interessen seiner Klienten seien gewahrt worden, da sie eine angemessene Entschädigung erhalten hätten. Außerdem hätten seine Mandanten aus humanitären Gründen eine vorübergehende Aufenthaltserlaubnis in der Schweiz erhalten. Wie hoch die Entschädigung ausgefallen war und wer sie gezahlt hatte, wurde nicht mitgeteilt.
Der jüngste Sohn des Revolutionsführers war zusammen mit seiner hochschwangeren Frau Aline Ende Juli in Genf festgenommen und zwei Tage festgehalten worden. Ihnen wurde vorgeworfen, die zwei Hausangestellten aus Tunesien und Marokko körperlich misshandelt zu haben. Das Paar hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und war nach seiner Freilassung nach Libyen ausgereist. Danach begann Tripolis mit seinem Boykott.