Panorama

Milde Strafe für Zigarettenschmuggler: Kestner muss nicht ins Gefängnis

In den 90er-Jahren schmuggelt Srecko Kestner mehr als 44 Millionen Zigaretten von den Niederlanden ins ehemalige Jugoslawien. Manch einer nennt ihn den "Zigaretten-Paten". Vor einem deutschen Gericht muss er sich nun verantworten. Doch womöglich ist er gar nicht der Drahtzieher hinter dem Milliardencoup.

Srecko Kestner muss 30.000 Euro Strafe für seine Beteiligung am internationalen Zigarettenschmuggel zahlen.
Srecko Kestner muss 30.000 Euro Strafe für seine Beteiligung am internationalen Zigarettenschmuggel zahlen.(Foto: picture alliance / dpa)

Groß waren die Erwartungen an den Prozess vor dem Landgericht Hof. Am Ende kam der als Schlüsselfigur des internationalen Zigarettenschmuggels auf dem Balkan geltende Angeklagte Srecko Kestner mit einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten und eine Geldstrafe von 30.000 Euro davon. Das Gericht begründete sein Urteil mit einem Geständnis, der lange zurückliegenden Tatzeit von 20 Jahren und fehlenden Vorstrafen.

In dem Prozess um Zigarettenschmuggel auf dem Balkan in den 1990er-Jahren räumte der 57-Jährige ein, im Sommer 1992 vier Transporte aus den Niederlanden durch Deutschland ins damalige Jugoslawien organisiert zu haben. Nicht verhandelt wurde hingegen die Rolle möglicher Hintermänner wie des designierten Regierungschefs von Montenegro, Milo Djukanovic, den der Angeklagte in der Vergangenheit als eigentlichen Paten des Schmuggels bezeichnet hatte.

Ermittlungen seit 20 Jahren

Für die Organisation der vier Transporte von insgesamt mehr als 44 Millionen Zigaretten von den Niederlanden ins ehemalige Jugoslawien habe er lediglich 12.000 US-Dollar bekommen, sagte der 57-Jährige vor Gericht und fügte hinzu. "Ich bedauere, was ich getan habe. Es tut mir leid". Mit Fußfesseln war der gebürtige Kroate in den Gerichtsraum geführt worden. Ende Juli war er in Bosnien festgenommen und erst am Dienstag nach Deutschland ausgeliefert worden.

In dem Fall ermitteln die Staatsanwaltschaft Augsburg und der deutsche Zoll seit rund 20 Jahren. Demnach sei der Schmuggel bereits "lückenlos bewiesen". Durch hinterzogene Steuern und Abgaben sei ein Milliardenschaden entstanden, hieß es. Die Zigaretten wurden demnach über Jahre steuerfrei aus Westeuropa nach Montenegro gebracht, das damals zu Jugoslawien gehörte. Von dort seien sie mit Schnellbooten über die Adria nach Italien und weiter zurück nach Westeuropa geschmuggelt worden.

Quelle: n-tv.de

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