Panorama

Richterin gibt Vermögen frei: Kim Dotcom wieder flüssig

Kim Dotcom muss sich nicht mehr mit den 37.000 Euro Taschengeld begnügen, die ihm ein Gericht für seinen monatlichen Lebensunterhalt zugebilligt hat. Um seine Anwaltskosten zu bezahlen, darf der Megaupload-Gründer auch auf Teile seines Vermögens zugreifen und ein paar seiner Autos verkaufen. Unterdessen feilt der Unternehmer an einer Rückkehr von Megaupload.

Kim Schmitz aka Dotcom steht derzeit unter Hausarrest und plant eine Rückkehr von Megaupload.
Kim Schmitz aka Dotcom steht derzeit unter Hausarrest und plant eine Rückkehr von Megaupload.(Foto: Reuters)

Neuer Etappensieg für Kim Dotcom: Der Megaupload-Gründer, gegen den in den USA wegen massiver Verstöße gegen das Urheberrecht ermittelt wird, bekommt einen Teil seines konfiszierten Vermögens zurück. Das verfügte ein Gericht in Neuseeland, wie örtliche Medien berichten. Dort wehrt sich der gebürtige Kieler seit Anfang des Jahres gegen eine Auslieferung an die USA. Ein Gericht hatte die Razzia auf seinem Anwesen im Januar bereits als illegal bezeichnet.

"Breaking News" twitterte Dotcom gestern. "Das Gericht hat gerade die Freigabe einbehaltener Vermögenswerte verfügt, damit wir unsere Anwaltskosten zahlen können." Richterin Judith Potter habe sechs Millionen neuseeländische Dollar (3,8 Millionen Euro) freigegeben und den Verkauf konfiszierter Autos genehmigt, berichtete die Zeitung "New Zealand Herald". Darunter seien ein Mercedes E 500 und ein Rolls Royce Coupé.

Selbstinszenierung als Internet-Aktivist

Einen Tag zuvor hatte der Internet-Unternehmer via Twitter die Rückkehr von Megaupload angekündigt: "Wir bauen ein massives globales Netzwerk auf. Alle Hoster außerhalb der USA  werden Server und Bandbreiten vernetzen können." Entwickler von File-Management-Systemen, VOIP- und Video-Apps oder E-Mailsystemen sollten sich bei ihm melden, um für die Programmierschnittstelle freigeschaltet zu werden. "Power to the People. Bye bye Echelon. Hello Freedom", twitterte Dotcom weiter. Seit einigen Wochen bastelt der Geschäftsmann an seinem neuen Image als Internet-Aktivist. So veröffentlichte er Ende Juli eine Single von sehr zweifelhafter musikalischer Qualität, in dem er unter anderem mit US-Präsident Obama, der US-Politik und Hollywood abrechnet. 

Dotcom war im Januar auf US-Betreiben in seinem Anwesen bei Auckland festgenommen worden. Die US-Behörden hatten verlangt, alle Vermögenswerte zu beschlagnahmen. Darunter waren unter anderem Staatsanleihen im Umfang von zehn Millionen Dollar. Sie argumentieren, Dotcoms Reichtum stamme aus illegalen Aktivitäten. Sie wollen ihn für die Schäden haftbar machen, die Künstler und Vertriebsfirmen wegen der Verbreitung illegaler Kopien über die inzwischen geschlossene Plattform erlitten haben. Den Inhabern von Musik- und Filmrechten sei eine halbe Milliarde Dollar Schaden entstanden. Kim Dotcom drohen in den USA 20 Jahre Haft.

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Quelle: n-tv.de

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