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Der Angeklagte Kinderarzt Harry S. wird als "äußerst gefährlicher" Serientäter eingestuft.
Der Angeklagte Kinderarzt Harry S. wird als "äußerst gefährlicher" Serientäter eingestuft.(Foto: dpa)

21 Jungen missbraucht: Kinderarzt soll in Sicherheitsverwahrung

Intelligent, beliebt und engagiert: So beschreiben Kollegen Harry S. Doch hinter der freundlichen Fassade verbirgt sich ein dunkles Geheimnis. Der Kinderarzt sei ein "äußerst gefährlicher Serientäter", der sich an kleinen Jungen vergreift.

Wegen sexuellen Missbrauchs von 21 Jungen muss sich der Augsburger Kinderarzt Harry S. vor Gericht verantworten. Die Taten hätten sich weitgehend so wie in der Anklage beschrieben zugetragen, sagte die Staatsanwältin zu Beginn ihres Plädoyers vor dem Landgericht Augsburg. Sie beantragte 14 Jahre und sechs Monate Haft sowie die Sicherungsverwahrung und blieb damit nur geringfügig unter der Maximalstrafe von 15 Jahren.

"Ohne Geständnis und Täter-Opfer-Ausgleich wäre mit Sicherheit die Höchststrafe herausgekommen", sagte die Staatsanwältin. Der 41 Jahre alte Mediziner sei ein "äußerst gefährlicher" Serientäter, begründete sie die Forderung nach der Sicherungsverwahrung und einem lebenslangen Berufsverbot. Ein Gerichtsgutachter hatte in dem Prozess ausgesagt, bei dem Angeklagten bestehe eine mehr als 50-prozentige Rückfallgefahr.

Zu Beginn des Prozesses hatte der 41-Jährige alle Missbrauchsfälle zugegeben. Am Freitag sollen seine Verteidiger ihren Schlussvortrag halten, das Urteil ist für kommenden Donnerstag geplant.

Der Kinderarzt war gefasst worden, nachdem er im August 2014 in Garbsen in Niedersachsen einen Fünfjährigen entführt hatte. Laut Anklage hatte der Mann das Kind in sein Auto gelockt, in seiner Zweitwohnung in Hannover betäubt, brutal missbraucht und nach zwei Stunden wieder freigelassen. In anderen Fällen hatte der Mann seine jungen Opfer etwa in Augsburg und München angesprochen und dann in Tiefgaragen oder Keller gelockt, um sich an ihnen zu vergehen.

Quelle: n-tv.de

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