Panorama

Fahndung im TVKinderschänder stellt sich

06.09.2012, 16:41 Uhr

Es ist das letzte Mittel der Fahnder: der Gang an die Öffentlichkeit. So wird ein Mann entlarvt, der einen Jungen missbraucht haben soll. Nachdem er auf Fernsehbildern eindeutig zu erkennen ist, meldet er sich bei der Polizei.

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Mit diesem Bild hatte das BKA nach dem Mann gefahndet. (Foto: dpa)

Ein gesuchter mutmaßlicher Kinderschänder hat sich in Berlin der Polizei gestellt. Nach dem Mann war in der TV-Sendung "Aktenzeichen XY" gefahndet worden. Nach Medienberichten hatte der Mann selbst die Polizei angerufen und sich gestellt. Beamte brachten ihn zur Kriminalpolizei.

Zuvor war der Mann durch die Öffentlichkeitsfahndung von BKA und "Aktenzeichen XY" identifiziert worden. Es handelt sich den Berichten zufolge um einen 34-jährigen Mann aus der Hauptstadt. Das BKA hatten seinen Aufenthaltsort im Großraum Berlin, Potsdam, Dessau oder Siegen vermutet und Zeugen gewarnt, den Mann direkt anzusprechen.

Der Mann wurde gesucht, weil er einen 11 bis 13 Jahre alten Jungen missbraucht haben soll. Er soll auch kinderpornografische Schriften hergestellt, besessen und verbreitet haben. Dazu lagen den Ermittlern Videoaufnahmen aus dem Internet vor. Der Tatort liege wahrscheinlich in Deutschland. Als Tatzeit wurde Juli 2011 angenommen.

Kurz nachdem das ZDF Ausschnitte des Materials gezeigt hatte, gingen bei den Ermittlern Hinweise auf den Mann ein. Die Fahnder waren an die Öffentlichkeit gegangen, weil sie eine Gefahr sahen, dass der Junge immer noch sexuell missbraucht wird. Andere Ermittlungsmethoden hatten nicht zum Erfolg geführt.

Nach Angaben der TV-Sendung hat die Öffentlichkeitsfahndung schon in mehreren Fällen bei der Suche nach mutmaßlichen pädophilen Straftätern geholfen. Beim BKA gibt es aber auch Fälle, in denen der Täter nicht identifiziert werden konnte.

Quelle: ntv.de, dpa