Montag, 27. Juli 2009
"Sofort aus dem Verkehr ziehen": Kirche lässt Filmszene verbieten
Hier wurde das Video gezeigt, an dem sich die Kirche stört: Im neu eröffneten Akropolis Museum in Athen.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Das griechische Kulturministerium hat dem Druck der orthodoxen Kirche nachgegeben und eine Szene aus einem Video über die Geschichte der Akropolis herausgeschnitten. In dem Film des französisch-griechischen Regisseurs Constantin Costa-Gavras ("Z") der im neuen Akropolis Museum in Athen zu sehen war, wurden Menschen gezeigt, die wie orthodoxe Priester aussehen und Statuen und Bauelemente des Parthenon-Tempels (Jungfrauengemach) auf der Akropolis zerstören.
Der Zeitung "Eleftherotypia" zufolge begründeten die Behörden die Entfernung der Filmszene damit, dass Besucher durch die Darstellung "verärgert" worden seien. Gavras zeigte sich empört und sagte, er habe lediglich nachprüfbare historische Fakten dargestellt. Auch die größte Oppositionspartei PASOK kritisierte die Kürzung des Films.
Das Oberhaupt der orthodoxen Kirche Griechenlands, Erzbischof Ieronymos, hatte vergangene Woche nach einer Sitzung der Bischofssynode gefordert, das Video sofort aus dem Verkehr zu ziehen. "Ich bin zutiefst enttäuscht. Es ist eine Zensur ohne Gleichen", sagte Gavras im griechischen Radio.
"Tatsache ist Tatsache"
In dem Video wurde gezeigt, wie die Monumente auf der Akropolis in den vergangenen beiden Jahrtausenden gelitten haben. "Tatsache ist Tatsache. Geschichte ist Geschichte. Das war eben so und darf nicht verheimlicht werden", sagte Gavras weiter und teilte mit, er habe gefordert, dass sein Name aus den Titeln des Videos gestrichen wird. "Das ist nicht mehr mein Werk."
Zudem wurde in dem Film erklärt, ein anderes Kulturverständnis habe in der frühchristlichen Zeit zur Zerstörung zahlreicher Kunstobjekte der Antike geführt. Viele Bischöfe der orthodoxen Kirche seien wütend gewesen, als sie diese Szenen sahen, berichtete die Athener Presse.
In der frühchristlichen Zeit galten vor allem Statuen von Göttern der Antike als Gotteslästerung. Viele byzantinische Kirchen wurden mit Bauelementen von Statuenteilen und Marmorsäulen aus Tempeln der Antike gebaut.
fm/dpa/AFP
Hintergründe zur Nachricht
Panorama
-
Zwei Tote
Flugzeug stürzt ab
-
Falsche Tochter schöpft Verdacht
Entführung fliegt nach 23 Jahren auf
-
Messie-Wohnung in Berlin-Neukölln
Entrümpler finden Gebeine
-
Havarie der "Costa Concordia"
Ermittler untersuchen Video
-
Von eisig und trocken zu kalt und nass
Auf Eiseskälte folgt gefährliche Glätte
-
Angeschossene Kongressabgeordnete
Kriegsschiff nach Giffords benannt
-
"Das hier ist meine Kaliber .45"
Mann "erschießt" Computer
-
Sorge um japanischen Kaiser
Akihito muss ins Krankenhaus
-
Serbien spart Strom
Behörden machen dicht
-
Heizung defekt
Totes Pärchen entdeckt
-
Nahe der psychiatrischen Klinik
Madonna-Stalker gefasst
-
Zeitungsbericht stiftet Verwirrung
Mord an Papst Benedikt geplant?


