Streit um "Wollust"Kirche verhüllt Nackte
Eine nackte Frau entzweit die Gläubigen der bayerischen Stadt Erlangen. Die künstlerische, aber drastische Darstellung der "Wollust" wird nun versteckt, zumindest beim Sonntagsgottesdienst.
"Wollust" in der Kirche entzweit die Gläubigen der bayerischen Stadt Erlangen. Das gleichnamige großformatige Bild einer nackten Frau in der katholischen Herz-Jesu-Kirche wird von Kirchgängern als Pornografie kritisiert. Es ist Teil einer Serie von sieben Bildern des Nürnberger Künstler Béla Faragó, in der er die sieben Todsünden darstellt. Das Bild der "Wollust" zeigt eine üppige nackte Frau mit gespreizten Schenkeln, neben der zwei kleine Männer mit erigierten Penissen stehen.
Nach massiven Protesten soll das Bild während der Sonntagsgottesdienste verhüllt werden, kündigte der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Klaus Koschinsky, bei einer Diskussionsveranstaltung an.
Pfarrer Wolfgang Döll, der deshalb angefeindet wurde, sagte: "Ich stehe dazu, dass diese Ausstellung während der Fastenzeit in unserer Kirche stattfindet." Die Bilder sollten die Gläubigen zum Nachdenken über sich selbst anregen.