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Jack Klugman (re.), mit seinem "Männerwirtschaft"-Kollegen Tony Randall.
Jack Klugman (re.), mit seinem "Männerwirtschaft"-Kollegen Tony Randall.(Foto: picture alliance / dpa)

Zum Tod von "Dr. Quincy": Klugman, knurriger Schmutzwühler

Er war Serienstar, Emmy-Gewinner, Frauenheld - und starker Raucher. Kaum jemand hätte seine Rollen spielen können wie er. "Im Schmutz zu wühlen" mache ihm besonders Spaß, sagte "Dr. Quincy" einmal. Eine Spürnase, aus Berufung. Mit 90 Jahren stirbt Jack Klugman. Fünf Jahre, nachdem seine zweite Ehe begonnen hat.

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Knurrig beschrieb ihn vielleicht ganz gut. Nicht unf reundlich, aber knurrig. Und kantig, charismatisch, profiliert, markant. Jack Klugman war einer der auffälligsten Fernsehstars mit einer unvergesslichen Stimme. Ob als Oscar Madison in "Männerwirtschaft" oder Gerichtsmediziner Quincy - Klugman spielte immer Rollen, die höchstens noch Walter Matthau hätte spielen können. Am Heiligen Abend ist er mit 90 Jahren gestorben.

Als Oscar Madison war er der schlampige, faule Sportreporter der am liebsten zu Hause rumgammelt. Fünf Jahre lang fetzte er sich in "Männerwirtschaft" in den siebziger Jahren mit seinem Kollegen Tony Randall, der den pingeligen Felix spielte. Doch mit dem antriebslosen Oscar hatte Klugman nicht viel gemein.

Bekam 1973 für "Männerwirtschaft" zwei Emmys verliehen.
Bekam 1973 für "Männerwirtschaft" zwei Emmys verliehen.(Foto: AP)

Eher glich er seinem Krimihelden "Quincy", dem unermüdlichen Gerichtsmediziner, der einen Fall nach dem anderen löste. Von Ruhestand wollte Klugman lange nichts hören. Selbst mit 80 hatte er noch einen vollen Terminkalender: Gastauftritte bei Fernsehshows, Ansprachen in Washington bei einem Wohltätigkeitsfest, eine Theaterrolle in Minnesota, ein Bühnenauftritt in Kansas City. Damals immer mit dabei: Freundin und Schauspielerin Peggy Crosby. 2008 heiratete er sie - mit 85.

Durchbruch mit über 30 Jahren

"Er ist 20 Jahre jünger und hat sehr viel Energie", sagt seine langjährige Agentin Shirley Klein damals. Von einer Kehlkopfkrebs-Operation, bei der ein Teil seiner Stimmbänder entfernt wurde, hatte sich der Schauspieler schnell wieder erholt. Nur seine durchdringende knurrige Stimme war ein wenig schwächer und kratziger geworden; und der breitschultrige Kerl im Alter ein schlanker, eher intellektuell wirkender Mann. Die Gesundheit war gut - wenn man bedenkt, dass er sein Leben lang stark geraucht hat.

In New York hatte Klugman Theater studiert und schon früh seine Liebe zum Broadway entdeckt. In den fünfziger Jahren experimentierte er mit den ersten Live-Fernsehdramen, drehte aber erst mit 34 seinen ersten Film: "Timetable". Es folgte ein Klassiker: In "Die Zwölf Geschworenen" konnte er sein ganzes Talent ausspielen. Eine Hauptrolle war der "Geschworene Nummer 5" eigentlich nicht, aber es genügte für den Durchbruch.

Doch die meisten Zuschauer kennen ihn vermutlich aus "Männerwirtschaft", einer Fernsehadaption von Neil Simons "Ein verrücktes Paar", die Klugman gleich zwei Emmy-Trophäen einbrachte. 1976 folgte die Hitserie "Quincy", die sich immerhin acht Jahre hielt.

Frauenheld mit Weitsicht

Am Anfang sei ihm richtig schlecht geworden, erinnert sich Klugman an seine ersten Versuche als Gerichtsmediziner. Um seine Rolle als gut zu machen, schaute er den richtigen Leichenbeschauern bei der Arbeit zu. Viele Fans hätten ihm Briefe geschickt, dass sie durch die Serie ihr Interesse für Medizin entdeckten, sagte er einmal. Ihm selber hätte es am meisten Spaß gemacht, wie Quincy "im Schmutz zu wühlen".

Mitte der Siebziger, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, trennte sich Klugman von der Schauspielerin und Mutter seiner beiden Söhne, Brett Sommers, ohne je die Scheidung einzureichen. Das war ein Vorsichtsmaßnahme, erklärte der Frauenheld, um nicht ein zweites Mal zu heiraten. 2007 starb Sommers, ein Jahr später heiratete er Peggy Crosby. Sie war auch bei ihm, als er am Heiligen Abend in Northridge bei Los Angeles starb.

Quelle: n-tv.de

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