Panorama

Häftlinge als AuftragskillerKnast-Chefin schickte Mörder los

26.07.2010, 13:26 Uhr

Am mexikanischen Drogenkrieg sind selbst die Beschäftigten von Gefängnissen beteiligt: Die Direktorin eines Gefängnisses soll Insassen ihrer Anstalt bewaffnet und als Auftragsmörder eingesetzt haben.

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Schwerbewaffnete Polizeipatrouille in Torréon. (Foto: AP)

Eine mexikanische Gefängnisdirektorin hat Insassen ihrer Anstalt bewaffnet und als Auftragsmörder eingesetzt. Wie die Generalstaatsanwaltschaft des lateinamerikanischen Landes bekanntgab, töteten die Häftlinge seit Februar wahrscheinlich 35 Menschen.

"Die Täter sind vermutlich eine Gruppe von Gefangenen des Gomez Palacios Rehabilitationszentrums, die aus dem Gefängnis gelassen wurden, um mit den Waffen der Wärter diese Hinrichtungen auszuführen", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Häftlinge hätten die Anstalt über Nacht verlassen dürfen, "um Auftrags-Rachemorde zu verüben, dabei fuhren sie mit Dienstfahrzeugen und benutzten Waffen der Wärter".

Diese Vorgehensweise soll bei drei Überfällen in Torreón, einer Industriestadt im nördlichen Bundesstaat Durango, angewendet worden sein: Im Februar waren dort zehn Menschen, im Mai 15 Besucher einer Bar und im Juli 17 Teilnehmer einer Feier erschossen worden.

Die Spur zum Gefängnis Gomez Palacios fanden die Ermittler durch Munition an den Tatorten, die aus vier Waffen von Gefängniswärtern angeheuert worden war. Die Überfälle sind Teil des brutalen Kampfes zwischen rivalisierenden Drogenbanden in Mexiko, durch den seit Dezember 2006 rund 25.000 Menschen starben. Damals entsandte Präsident Felipe Calderón rund 50.000 Soldaten in die nördliche Region.

Quelle: AFP