Panorama

Belehrung über sexuelle BelästigungKnesset muss nachsitzen

24.11.2009, 16:18 Uhr

Frauenverbände haben durchgesetzt, dass die israelischen Abgeordneten Workshops belegen müssen, die sie über sexuelle Belästigung aufklären. Anlass sind die immer wiederkehrendenBerichte über Übergriffe an Frauen.

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Belehrung notwendig: Die Knesset in Israel. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Israels Abgeordnete müssen nachsitzen – sie sollen mit einem Workshop über das Thema sexuelle Belästigung aufgeklärt werden.

Parlamentspräsident Reuven Rivlin teilte mit, dies solle in den zuständigen Ausschüssen geschehen, berichteten israelische Medien. Damit habe er dem Druck von Frauenorganisationen nachgegeben, die eine Aufklärungskampagne und Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung in Israel gefordert hatten. Das Parlament solle dabei helfen, die breite Bevölkerung für das Problem zu sensibilisieren.

Belästigung weit verbreitet

Israelische Politiker haben in den vergangenen Jahren in einigen Fällen wegen sexueller Übergriffe Ärger mit der Justiz bekommen. Der ehemalige israelische Staatspräsident Mosche Katzav steht wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung früherer Mitarbeiterinnen vor Gericht. Der ehemalige Justizminister Chaim Ramon wurde verurteilt, weil er eine Soldatin ohne deren Zustimmung geküsst hatte.

Laut einer israelischen Studie sind 79 Prozent der unverheirateten und 15 Prozent der verheirateten Frauen im Lande bereits am Arbeitsplatz sexuell belästigt worden. Nur drei Prozent der Betroffenen hätten sich jedoch bei der Polizei beschwert, zitierte der Online-Dienst "ynet" aus der Studie von Avigail Mor vom Tel-Chai College. "Obwohl es seit elf Jahren ein Gesetz gegen sexuelle Belästigung gibt, zeigt die Studie, dass sexuelle Übergriffe durch Arbeitgeber ungestört weitergehen", erklärte Mor.