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Mit dem Magnetometer in der Baugrube: Ein Mitarbeiter einer Firma für Kampfmittelbergung sucht in Koblenz nach weiteren Bomben.
Mit dem Magnetometer in der Baugrube: Ein Mitarbeiter einer Firma für Kampfmittelbergung sucht in Koblenz nach weiteren Bomben.(Foto: picture alliance / Thomas Frey/d)
Dienstag, 29. August 2017

Zündfähige Weltkriegsbombe: Koblenz bereitet Räumungsaktion vor

Der Fund einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wirft in Koblenz die Planungen fürs Wochenende durcheinander. Zur Entschärfung des 500 Kilogramm schweren Sprengkörpers ziehen die Behörden einen Sperrkreis quer durch die Innenstadt.

Mehr als 20.000 Menschen müssen wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe in Koblenz am kommenden Wochenende ihre Wohnungen vorübergehend verlassen. Das entspricht fast einem Fünftel der Bevölkerung der rund 113.000 Einwohner zählenden Stadt an der Moselmündung in den Rhein.

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"Es wird ein Gebiet mit einem Radius von einem Kilometer evakuiert", sagte ein Sprecher der Stadt. Betroffen sind demnach auch eine Justizvollzugsanstalt, ein komplettes Krankenhaus sowie zwei Alten- und Pflegeheime. Eine für Sonntag angesetzte Laufveranstaltung soll jedoch wie geplant stattfinden.

Die 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg war zu Wochenbeginn bei Bauarbeiten für einen Kindergarten im Koblenzer Stadtteil Karthause gefunden worden. Bei dem Kriegsrelikt handelt es sich ersten Erkenntnissen zufolge um einen Sprengkörper aus US-Beständen. Die noch immer zündfähige Bombe schlummerte seit mehr als 70 Jahren aufrecht stehend im Erdreich. Experten des Kampfmittelräumdienstes legten eine Seite des Fundstücks frei.

Weitere Bomben in der Nähe?

"Es wird noch sondiert, ob möglicherweise noch mehr Sprengkörper dort liegen, damit es nicht zweimal eine Evakuierung geben muss", erklärte der Sprecher. Koblenz war im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs weitgehend zerstört worden. Experten schätzen, dass im Zweiten Weltkrieg rund ein Zehntel der über Deutschland abgeworfenen Bomben nicht explodiert ist.

Die Entdeckung explosiver Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg sind in Koblenz nicht ungewöhnlich: In den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu größeren Entschärfungsaktionen, für die Anwohner jeweils ihre Häuser verlassen mussten. Bei der Entschärfung einer 2011 am Rheinufer entdeckten 1,8 Tonnen schweren Luftmine betraf dies fast die Hälfte der Stadtbevölkerung.

Quelle: n-tv.de

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