Freitag, 27. Januar 2012
Fast 16 Kilogramm Kokain sind in der Poststelle des UN-Hauptquartiers in New York aufgetaucht. Das Rauschgift mit einem Straßenwert von mehreren Millionen Dollar war in zwei Säcke gepackt, die offenbar für Diplomatenpost gehalten werden sollten, sagte ein UN-Sprecher. Denn auf ihnen prangte ein gefälschtes UN-Logo. Der Fund gibt Rätsel auf. Die Ermittler vermuten, dass sich die Adressaufkleber gelöst haben - oder die Schmuggler schlicht vergessen haben, sie aufzukleben.
Die Säcke seien vom Paketdienst DHL aus Mexiko-Stadt zunächst nach Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio gebracht worden, sagte ein Sprecher der New Yorker Polizei. Da sich weder eine Adresse noch ein Absender auf den kleinen Säcken befunden habe, hätten die DHL-Mitarbeiter aufgrund der UN-Symbole auf den Säcken wohl angenommen, die Fracht sei für die Vereinten Nationen gedacht und das Hauptquartier werde schon herausfinden, für wen sie genau bestimmt sei.
In der Poststelle der UN merkten die Mitarbeiter rasch, dass die weißen Säcke anders aussahen als die hellblauen und mit einem Schloss versehenen Beutel, mit denen sonst Diplomatenpost verschickt wird - und die nicht kontrolliert werden dürfen. Zudem war das UN-Logo schlecht nachgemacht. Eine Überprüfung brachte dann 14 Bücher zutage - jedes ausgehöhlt und mit 1,2 Kilogramm Kokain im Inneren.
Die Sendung war schon vor einigen Tagen in der UN-Poststelle aufgetaucht, die Weltorganisation ging damit aber erst jetzt an die Öffentlichkeit. Ein UN-Sprecher sagte, der Fund habe nichts mit den Vereinten Nationen zu tun. Die Säcke seien zwar auf UN-Gelände gefunden worden, wurden aber nicht aus einer anderen UN-Behörde verschickt. Deshalb ermittle federführend die New Yorker Polizei und nicht die Sicherheitsbehörde der UN.
dpa/AFP