Panorama
(Foto: RT)

"Soldaten haben auf mich geschossen": Kreml-Sender pfeift Reporter zurück

Eine Explosion, ein Knall, dann ergreift ein Reporter des russischen Senders RT die Flucht. Ukrainische Soldaten hätten das Feuer auf ihn eröffnet, behauptet er. Das sieht selbst sein Auftraggeber anders. Doch davon lässt sich Graham Phillips nicht beirren.

Das nennt man wohl Standhaftigkeit. "Ich bleibe zu 100 Prozent bei meiner Version", sagt Graham Phillips. Der Brite ist freier Mitarbeiter des russischen Staatssenders RT und steht derzeit massiv unter Feuer. Allerdings nicht von ukrainischen Soldaten.

Aber der Reihe nach. "Dringend: Kiewer Truppen eröffnen das Feuer auf RT-Journalisten", twitterte der von US-Außenminister John Kerry als "Propaganda-Megafon" bezeichnete Sender. "Die bisher haarigste Situation. Ich will mit einem ukrainischen Soldaten sprechen, und sie schießen mir direkt vor die Füße. Video folgt", empört sich Phillips. "Ich trug eine "Presse"-Weste."

Tatsächlich veröffentlicht er kurz darauf einen kurzen Clip, der die Attacke zeigen soll. Das Problem: Auf dem Video sind keine Soldaten zu sehen. Und niemand schießt auf Phillips.

Was war geschehen? Der Reporter geht über eine Wiese, nähert sich Bäumen, durchtrennt einen dort verlegten Stolperdraht und löst dadurch einen Alarm aus - und zwar einen durchaus beeindruckenden: Explosion, Rauch, lautes Pfeifen, das volle Programm. Schüsse sind allerdings nicht zu hören.

RT reagiert prompt und stellt die Sache klar. Auf Twitter ergießt sich Hohn und Spott über den Reporter, schließlich musste er sich schon häufiger den Vorwurf gefallen lassen, es bei seinen Stories mit der Wahrheit nicht ganz genau zu nehmen.

Doch Phillips bleibt hartnäckig. "Danke für das Feedback. Ich bleibe aber dabei: Da waren ukrainische Soldaten. Sie haben auf mich geschossen." Auch das Dementi seines Auftraggebers kann ihn nicht umstimmen. "Ich verstehe die Position von RT. Unter Druck. Aber ich bleibe hundertprozentig dabei. Von vor Ort", bekräftigt er. "Ist schon klar", höhnt es auf Twitter. "RT steht unter so massivem Druck, dass sie verschweigen, wenn ukrainische Soldaten auf einen ihrer Reporter schießen."

Quelle: n-tv.de

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