Orcas für Gefangenschaft ungeeignetKurzes Leben im Becken
Von bisher 136 gefangenen Orcas sind 123 bereits gestorben. Sie haben im Schnitt nur vier Jahre in Gefangenschaft überlebt.
Weltweit leben nach Angaben der Walschutzorganisation WDCS etwa 40 Schwertwale (Orcas) in Gefangenschaft. Dabei seien Orcas zur Haltung in Gefangenschaft völlig ungeeignet, erläutert der Deutschland-Chef der WDCS, Nicolas Entrup. Langeweile mache die Tiere aggressiv, so dass es immer wieder zu Unfällen wie dem komme, bei dem ein Schwertwal in San Diego seine Trainerin getötet hat.
"Seit Jahrzehnten gibt es regelmäßig Unfälle mit Schwertwalen in Gefangenschaft" sagte Entrup. "Man weiß, dass der Umgang mit den Tieren gefährlich ist, weil ihnen einfach unendlich langweilig ist. Wie auch bei jedem eingesperrten Menschen entwickelt sich bei ihnen ein hohes Aggressionspotenzial. Besonders wenn die Männchen geschlechtsreif werden, mit etwa 12 bis 13 Jahren in Gefangenschaft, bekommen sie enorme Probleme. Das Aggressionspotenzial steigt, die Tiere sterben oft früh."
Den Angaben zufolge werden nur ganz wenige Männchen in Gefangenschaft älter als 20 Jahre. "In freier Wildbahn werden Schwertwale im Mittel 35 bis 50 Jahre alt", so Entrup weiter. "Von den bisher 136 gefangenen Tiere sind 123 bereits gestorben. Sie haben im Schnitt nur 4 Jahre in Gefangenschaft überlebt. Die mittlere Lebensdauer der in Gefangenschaft geborenen Schwertwale liegt derzeit bei 8 Jahren."
In den gefangenen Gruppen seien oft Tiere aus unterschiedlichsten Meeresregionen in engen Becken zusammengepfercht. "Die haben ganz verschiedene Lebensweisen, Ernährungsgewohnheiten und Dialekte. Dann kommen noch die gezüchteten Tiere hinzu. Das sind völlig künstliche Gruppen. Wenn man eine Liste der Tiere aufstellt, die zur Haltung in Gefangenschaft nicht geeignet sind, steht der Orca an erster Stelle. Dass der Homo sapiens da nicht zu dem Schluss kommt, dass dies nicht funktioniert, ist schon traurig."